Russland

Glos erwartet Einhaltung der Lieferversprechen bei Erdgas

Bundeswirtschaftsminister Glos hat Gazprom in die Pflicht genommen. "Gazprom muss wissen, dass die zeitweise Nichtbelieferung von verlässlichen Vertragspartnern wie Deutschland und anderen Ländern mit Erdgas nicht akzeptabel war", sagte Glos bei einem Treffen mit dem stellvertretenden Gazprom-Chef Alexander Medwedew.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - " Dass Menschen mitten im Winter frierend in ihren Wohnungen sitzen und wirtschaftliche Schäden in einigen betroffenen Ländern in Kauf genommen wurden, darf sich nicht wiederholen", so der Minister.

Glos begrüßte den am 19. Januar zwischen dem ukrainische Energieversorger Naftogaz und Gazprom abgeschlossenen langfristigen Vertrag. Er erwarte, dass die Lieferversprechen bei Erdgas eingehalten würden. "Dem Ruf Russlands als verlässlicher Lieferant und der Ukraine als sicheres Transitland hat die Gaskrise sichtbar Schaden zugefügt", sagte er.

Nach mehr als zweiwöchiger Unterbrechung fließt seit einer Woche wieder Gas von Russland über die Ukraine nach Westeuropa. Zuvor hatten sich die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und der russischen Regierungschef Wladimir Putin auf eine Einigung verständigt. Vor allem osteuropäische Länder waren davor von der Versorgung mit russischem Gas abgeschnitten.

Die Gaskrise zeige, "dass wir niemals alles auf eine Karte, auf einen Energieträger setzen dürfen", so Glos. Zur Stärkung der Versorgungssicherheit gehöre neben der Energieeffizienz ein Energiemix, der auch Kohle und Kernkraft enthält.

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