Versorgungssicherheit

Glos erwägt Aufbau einer nationalen Erdgasreserve

Die Bundesregierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge den Aufbau einer nationalen Erdgasreserve. Diese solle im Falle von Lieferunterbrechungen die Versorgungssicherheit gewährleisten. Wirtschaftsminister Glos wolle entsprechende Vorschläge prüfen, berichtete die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - "Der Konflikt in Georgien zeigt, dass wir uns auch beim Gas nicht noch stärker einseitig abhängig machen dürfen", sagte Glos der Zeitung. In einer Vorlage seines Hauses werde kritisiert, schreibt die Zeitung, dass es "trotz der hohen Abhängigkeiten von Gasimporten" bisher "keine dem Ölbevorratungssystem vergleichbare staatliche Krisenvorsorge gibt".

Es sei "zu prüfen, ob für Erdgas eine ähnliche Vorkehrung erforderlich ist, um die Energieversorgung sicherzustellen". Seit der ersten Ölkrise Mitte der 70er Jahre gibt es auch in Deutschland eine nationale Ölreserve, die die Versorgung für 90 Tage sichert.

Kosten und Nutzen eines staatlich veranlassten Gasvorrates müssten analysiert werden, "insbesondere deren Auswirkungen auf die Verbraucherpreise", heißt es dem Bericht zufolge in dem Ministeriumspapier.

Der Außenhandelsverband für Mineralöl und Energie (AFME) kalkuliert nach Angaben der Zeitung die jährlichen Zusatzkosten bei einer als notwendig erachteten Verdoppelung der Speicher auf zwei Milliarden Euro. "Die Erhöhung des Gaspreises würde etwa 0,18 Cent je Kilowattstunde betragen", sagte AFME-Präsident Hellmuth Weisser dem Blatt. Bei einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden in einem Durchschnittshaushalt wären das 40 Euro jährliche Mehrkosten.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Heizkörper

    Analyse: Deutlich niedrigere Heizkosten für Öl-Heizer

    Die Heizkosten dürften für Nutzer einer Ölheizung für die vergangenen Heizperiode besonders niedrig ausfallen. Hintergrund sind die anhaltend niedrigen Ölpreise. Aber auch für Gas-Heizer gibt es positive Nachrichten.

  • Strom- und Gaspreise

    Niedrige Energiekosten entlasten Verbraucher

    Der Ölpreis ist erneut gesunken und das macht sich besonders beim Heizöl und auch an den Tankstellen bemerkbar. Aber auch Gas ist günstiger geworden und zum ersten Mal in diesem Jahrtausend ist auch der Strompreis nicht weiter gestiegen.

  • Strom sparen

    E.ON Ruhrgas senkt Gaspreise

    Zum Mai bzw. Juni wollen mehrere Regionalversorger des Konzerns ihre Gaspreise senken. E.ON Mitte und E.ON Bayern haben bereits bekannt gegeben, wie hoch die Ersparnis für die Haushalte ausfallen soll. Als Grund für die Preissenkung wurde der gesunkene Ölpreis genannt.

  • Hochspannungsmasten

    Stadtwerke Wolfen GmbH senkt Erdgaspreise

    Der Preis für eine Kilowattstunde Erdgas werde ab April um 0,45 Cent gesenkt, informieren die Stadtwerke Wolfen. Je nach Verbrauch könne eine Familie mit durchschnittlichem Verbrauch so rund 90 Euro im Jahr sparen. Die Preissenkung ist eine Reaktion auf die entspannte Lage auf dem Weltenergiemarkt.

  • Strom sparen

    KfW Förderbank: Zuschüsse zur energetischen Gebäudesanierung

    Wer umfassend saniert, kann den Energieverbrauch seines Hauses mehr als halbieren. Für die Sanierung eines Altbaus können Hauseigentümer einen Kredit von bis zu 50.000 Euro von der KfW Förderbank bekommen. Bei entsprechender Senkung des Energiebedarfs werden zudem bis zu 8.750 Euro Zuschuss gezahlt.

Top