Globalisierung - Ökologie - Energie: Ein "Streitgespräch"

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Kompromiss über die künftige Nutzung der Kernenergie in Deutschland, die Förderung erneuerbarer Energien und notleidender KWK-Anlagen, Ökosteuer-Konzepte und Energiemarkt-Liberalisierung bestimmen die gegenwärtige Diskussion um die deutsche Energiepolitik. Angesichts der Komplexität derartiger nationaler Einzelthemen geht häufig der Blick für die übergeordneten globalen Gesichtspunkte einer rationalen, langfristig ausgerichteten Energiepolitik verloren, die im Prozess der unaufhaltsamen Globalisierung die Kriterien der Nachhaltigkeit umsetzt.



In einem "Streitgespräch" am 10. Oktober im Presseclub der Bundespressekonferenz in Berlin diskutieren auf Einladung des Informationskreises Kernenergie (Bonn) die Wissenschaftler Prof. Dr. Carl Christian von Weizsäcker und Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker zentrale Fragen dieser Problematik: Welche Rolle kann eine nationale Energiepolitik im Zeichen eines zusammenwachsenden Europas und der Globalisierung überhaupt noch spielen? Wo und mit welcher Intensität sollte der Staat intervenieren? Mehr Wohlstand bei geringer Ressourcenintensität durch mehr Staat oder mehr Markt? Wie lassen sich die Nachhaltigkeitskriterien "Ökonomie, Soziales und Ökologie" ins Gleichgewicht bringen? Welche Perspektiven haben in diesem Prozess Kernenergie, regenerative und fossile Energien? Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Presseclub im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin; Zutritt haben nur geladene Gäste.



Carl Christian von Weizsäcker studierte Volkswirtschaftslehre, Jura, Geschichte und Soziologie in Zürich, Göttingen, Hamburg, Freiburg und Basel. In der Zeit zwischen 1965 und 1986 lehrte er an den Universitäten Heidelberg, Bielefeld, Bonn und Bern sowie am Massachusetts Institute of Technology. Seit 1986 ist C. C. Weizsäcker Ordinarius für Volkswirtschaftslehre an der Kölner Universität und Direktor des dortigen Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI). Ernst Ulrich von Weizsäcker studierte Chemie, Physik und Biologie in Hamburg und Freiburg. Von 1972 bis 1975 lehrte er an der Universität in Essen Interdisziplinäre Biologie, danach war er bis 1980 Präsident der Gesamthochschule Kassel. Von 1980 an war E. U. Weizsäcker vier Jahre als Direktor am UNO-Zentrum für Wissenschaft und Technologie in New York tätig. Seit 1991 ist er Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie und seit März 2000 nimmt er die Funktion des Vorsitzenden der Enquete-Kommission "Globalisierung der Weltwirtschaft" des Deutschen Bundestages wahr.

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