Innovation

Glasfaser-Internet über die Wasserleitung

In Adenau in der Eifel startete ein Pilotprojekt, für das Wasserleitungen als Infrastruktur für das Verlegen von Glasfaserkabeln genutzt werden soll. Die Kabel werden durch die Leitung verlegt. Vorgestellt wurde das Projekt von der SWB Regional GmbH sowie dem Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Ahr.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Linden (red) - Wie der General-Anzeiger-Bonn.de und der Bonner-Presseblog.de am Dienstag berichteten, wurde in Adenau in der Eifel ein Pilotprojekt gestartet, bei dem ein Glasfaserkabel durch die Wasserleitung gelegt wird. Das Internet kommt damit aus der Wasserleitung. Vorgestellt wurde das Projekt von der SWB Regional GmbH sowie dem Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Ahr.

Für die Glasfaseranbindung soll das circa 100 Kilometer lange Leerrohrnetz des Wasserzweckverbands genutzt werden, in dem bereits Steuerungskabel liegen. Dank des Leerrohrnetzes könnten bald auch die Gebiete im Kreis Ahrweiler, die bisher von der DSL-Versorgung abgeschnitten waren, mit schnellem Internet versorgt werden.

Installation der Glasfaserleitung

Innovativ ist vor allem der Anschluss des Glasfaserkabels; dieses gelangt über den Wasseranschluss direkt in das Gebäude ("Fiber to the Home", kurz FTTH). Für die Installation der Glasfaserleitung wird ein Kunststoff-Leerrohr durch den Wasseranschluss von der Straße ins Gebäude geführt und unter Druck mit der Wasserleitung verbunden. Anschließend kann ein Glasfaserkabel durch das Leerrohr gezogen werden.

Der Vorteil: Bei dieser Ausbauvariante sind keine kostspieligen Tiefbauarbeiten notwendig. Damit lässt sich ein Großteil der Kosten sparen, die bei herkömmlicheren Methoden des Glasfaserausbaus anfallen.

Das Pilotprojekt wird vom Hygieneinstitut der Uni Bonn begleitet, welches mögliche Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität untersucht. Zudem wird es vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium gefördert.

Neue Technik, alte Idee

Neu ist die Methode, die Idee allerdings nicht: Schon vor einigen Jahren führte die Salzburg AG nach Angaben von X-media.at ein Lichtwellenleitungskabel in eine Wasserleitung ein, um auch die Salzburger Gemeinde St. Koloman mit einer Breitband-Internetverbindung zu versorgen.

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