Investitionen

Gewerkschaften ver.di und IG BCE gegen Eingriffe beim Strompreis

Weil niedrigere Strompreise möglicherweise Investitionen in die Netze verhindern, haben die Gewerkschaften ver.di und IG BCE regulierende Eingriffe abgelehnt. Die Investitionen seien angesichts der weiter zunehmenden Stromnachfrage nötig, argumentieren die Vereinigungen in einem Eckpunktepapier.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Gewerkschaften ver.di und IG Bergbau, Chemie, Energie lehnen regulierende Eingriffe zur Absenkung der derzeit hohen Strompreise ab. Das geht nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe) aus dem Eckpunktepapier zur künftigen Energiepolitik hervor, das von den beiden Gewerkschaften gemeinsam mit den vier Stromkonzernen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall Europe verfasst und den Koalitionsunterhändlern von CDU/CSU und SPD zur Berücksichtigung bei der Erarbeitung des Regierungsprogramms zugeleitet wurde.

Diesem Papier zufolge hätten die Strompreise in Deutschland inzwischen ein Niveau erreicht, "das Investitionen ermöglicht". Solche Investitionen aber seien angesichts der weiter zunehmenden Stromnachfrage und der anstehenden Modernisierung der Kraftwerke in ganz Europa notwendig. Die deutschen Energieversorger hätten bereits erklärt, dass sie in den nächsten Jahren rund 20 Milliarden Euro in neue Kraftwerke und in den Ausbau der Stromnetze investieren würden.

Käme es zu Eingriffen in die Preisbildung der Unternehmen, so das von den Gewerkschaften mitgezeichnete Papier, dann würden diese Investitionen behindert. Solche regulierenden Eingriffe seien "deshalb abzulehnen".

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