Staatsanteil sinkt

Gewerkschaft: Kapitalerhöhung bei Areva beschlossen

Die umstrittene Kapitalerhöhung beim französischen Atomkonzern Areva ist laut Gewerkschaftsangaben unter Dach und Fach: Der Aufsichtsrat habe am Dienstag beschlossen, das Kapital des Staatskonzerns um 15 Prozent zu erhöhen, wie die Gewerkschaft UFSN CFDT in Paris mitteilte.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Der Anteil des französischen Staates an Areva würde dadurch von derzeit 90 Prozent auf 78 Prozent sinken. Darüber hinaus sei auch der Verkauf der Areva-Tochter T&D, die auf Stromübertragungsanlagen spezialisiert ist, "noch aktuell". An der Sparte hatte unter anderem Siemens Interesse gezeigt.

T&D steht für 40 Prozent des Umsatzes bei Areva. Analysten schätzen den Wert des Bereichs auf drei bis fünf Milliarden Euro. Gleichzeitig muss der französische Konzern noch Siemens bei der Kraftwerksbau-Tochter Areva NP auszahlen. Siemens hatte im Januar den Verkauf seiner 34 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen angekündigt. Siemens und Areva hatten dort zusammen den Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) entwickelt, der derzeit erstmals in Finnland und in Frankreich gebaut wird. Künftig will Siemens aber mit mit dem russischen Atomkonzern Rosatom zusammenarbeiten.

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