GEW nimmt Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerk in Betrieb

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
Mit einem Kostenaufwand von 2,5 Millionen DM hat die GEW Köln AG im Klärwerk Köln-Rodenkirchen das europaweit erste auf Klärgasbasis betriebene Brennstoffzellenheizkraftwerk errichtet. Die Anlage im Kölner Klärwerk Rodenkirchen im Süden der Stadt ging gestern offiziell ans Netz und liefert gleichzeitig Strom und Wärme.


Zum Einsatz kommt eine Phosphorsäure-Brennstoffzelle mit einer elektrischen Leistung von 200 Kilowatt und einer Wärmeleistung von 205 Kilowatt. "Das grundlegend Neue an dieser Anlage ist die Verwendung von aufbereitetem Klärgas als Energieträger für die Brennstoffzelle", erklärt GEW-Vorstandssprecher Helmut Haumann. "Es ist die erste Anlage dieser Art in Europa." Die eigentliche Innovation besteht in der Reinigung des Klärgases. Dieses muss von Fremdstoffen (Siloxane, Halogene, Schwefelverbindungen) gereinigt und entfeuchtet werden. In mehreren Verfahrensschritten entsteht so ein wasserstoffreiches Gas, das im Brennstoffzellenstapel durch eine elektrochemische Reaktion Energie in Form von Strom und Wärme erzeugt - ohne Verbrennung. Dieser Prozess läuft bei Temperaturen von rund 200 Grad Celsius ab. Die Stromproduktion reicht aus, um das Klärwerk etwa zur Hälfte zu versorgen, und die Wärme dient der Beheizung der zur Erzeugung des Klärgases erforderlichen Faulbehälter sowie der auf dem Betriebsgelände liegenden Bürogebäude.


Der Einsatz des erneuerbaren Energieträgers Klärgas schont nicht nur die verfügbaren Vorräte an fossilen Energieträgern. Er reduziert auch wesentlich die Treibhausgas-Emissionen. Bis dato wurden rund 30.000 Kubikmeter Klärgas monatlich nutzlos abgefackelt und 16.000 weitere Kubikmeter thermisch verwertet. Durch den Einsatz des Klärgases werden alle anfallenden Mengen genutzt. Die Anlage wird der Umwelt künftig bis zu 1000 Tonnen an Kohlendioxidemissionen im Jahr ersparen.


Als eines von 25 Projekten aus NRW gehört das Brennstoffzellen-Heizkraftwerk zu den weltweiten Partnerprojekten der EXPO 2000 in Hannover. Ab 1. Juni wird es an Wochenenden regelmäßige Führungen durch die Anlage für die interessierte Bevölkerung geben. Weitere Informationen unter www.brennstoffzelle-koeln.de.

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