Flächenwärme

Geringere Energiekosten durch Fußbodenheizungen

Die Fußbodenheizung hat in den vergangenen Jahrzehnten unter den Heizsystemen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Nahezu jedes zweite Ein- und Zweifamilienhaus wird Fachleuten zufolge heute mit einer Fußbodenheizung ausgestattet.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hagen (ddp/sm) - Die Vorteile liegen auf der Hand: Flächenwärme von unten ist energieeffizient, durch die Nutzbarkeit alternativer Energieformen umweltfreundlich - und sie schafft Behaglichkeit aufgrund niedriger Oberflächentemperaturen und eine hygienische Raumluft.

Fußbodenheizungen gewähren zudem neue Freiheiten bei der innenarchitektonischen Gestaltung, weil keinerlei Heizkörper berücksichtigt werden müssen. Sie ermöglicht den Einsatz unterschiedlicher Bodenbeläge: Dazu gehören keramische Fliesen und Platten wie Steinzeug, Steingut oder Terracotta, ebenso Holz- und Kork-Parkett oder auch Teppichböden, sofern diese für Fußbodenheizungen zugelassen sind. Und schließlich spart man Zeit beim Putzen, weil keine Heizkörper gewischt werden müssen.

Lohnt sich die Nachrüstung?

"In den meisten Fällen ja", sagt Joachim Plate, Geschäftsführer des Bundesverbandes Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) in Hagen. "Denn auch für vorhandenen Wohnraum sind von vielen Herstellern pfiffige Systeme auf dem Markt, die sich ohne allzu hohen Aufwand in den Wasserkreislauf der vorhandenen Heizanlage integrieren lassen."

So gibt es dünnschichtige Verbundsysteme, die auf Fliesen verlegt mit dünnen Rohren und Vergussmasse nur zwei Zentimeter mehr Bodenhöhe einfordern - eine Differenz, die sich meist allein durch Absägen der betroffenen Türen problemlos bewältigen lässt. Auch auf Estrich kann die Heizrohrschicht verlegt werden, nicht aber auf elastischem Bodenbelag. Die Investition von etwa 50 bis 60 Euro pro Quadratmeter rechnet sich nach Plates Worten schon nach mehreren Heizperioden. Denn aufgrund der direkt übertragenen Bodenwärme kann die Raumlufttemperatur ohne Komforteinbuße um zwei Grad Celsius gesenkt werden, wodurch niedrigere Vorlauftemperaturen und geringere Wärmeverluste im Heizsystem zu einer Einsparung von sechs bis zehn Prozent führen sollen.

Was eignet sich als Wärmeleiter?

Grundsätzlich kann auf einer Fußbodenheizung jede Bodenbelagsart verlegt werden. Optimal sind Keramikböden, auch Naturwerksteine wie Marmor, Travertin, Granit, Schiefer, Gneis oder Basalt eignen sich gut. Bei textilen Bodenbelägen wie Teppichboden für die Fußbodenheizung wird die Eignung produktbezogen durch das Zusatzsymbol "Fußbodenheizung" dokumentiert. Teppichboden schluckt aber wegen seines höheren Wärmedurchlasswiderstands merklich mehr Wärme und ist daher weniger energieeffizient als Naturstein, Keramik, Parkett, Laminat oder Kork.

Welche Alternativen gibt es?

Eine schlanke Alternative zur Fußbodenvollheizung ist der Einbau einer elektrisch betriebenen Fußbodentemperierung als Ergänzung zur Heizanlage in einzelnen Räumen. So ein Heizmattensystem wird mit nur wenigen Millimetern Aufbauhöhe direkt unter dem Fußbodenbelag montiert und eignet sich besonders fürs Bad. Großer Vorteil: Weil eine elektrische Fußbodentemperierung unabhängig von der Heizanlage arbeitet, kann sie auch in den Übergangszeiten vor und nach der Heizperiode wohlige Fußwärme spenden. Zudem sorgt eine Zeitschaltuhr in der Steuerung dafür, dass sich die Badezimmerfliesen nur zu den wenigen Nutzungsstunden morgens und abends erwärmen. Bei vier Quadratmetern beheizter Bodenfläche und vier Stunden täglicher Heizdauer betragen die Jahresheizkosten laut BVF etwa 80 Euro.

Raumbeschaffenheit prüfen

Wer eine Fußbodenheizung einbauen lässt, sollte zu Beginn auf keinen Fall auf eine gründliche Bestandsaufnahme verzichten, rät BVF-Experte Plate. Dazu gehört eine Untersuchung des vorhandenen Wärmeschutzes nach unten, in Eigenheimen ebenso wie in Etagenwohnungen. Wichtigste Frage: Wie ist die Zwischendecke beschaffen? "Schließlich will man ja nicht die Kellerdecke oder die des unteren Nachbarn heizen", sagt Plate. Ebenso muss geprüft werden, ob der Untergrund über hinreichende Tragfähigkeit und Biegefestigkeit verfügt. Bei ungünstigen Voraussetzungen kann statt eines dünnschichtigen Verbundsystems der Einbau eines leichteren baukastenartigen Trockensystems ratsam sein, das allerdings rund fünf Zentimeter höher aufträgt.

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