1,8 Cent

Gericht kippt Kündigung wegen Aufladens von Elektroroller (Upd.)

Das Landesarbeitsgericht Hamm hat am Donnerstag eine Kündigung wegen eines Bagatelldelikts gekippt. Angeklagt war ein 41 Jahre alter Mann, der einen Elektroroller bei seinem Arbeitgeber in Neunkirchen für eineinhalb Stunden hatte aufladen lassen. Das hatte sage und schreibe 1,8 Cent gekostet.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamm/Neuenkirchen (ddp/red) - Dadurch entstanden Stromkosten von 1,8 Cent. Als Reaktion auf das Aufladen des Rollers hatte das Unternehmen dem Mann fristlos gekündigt.

Der Arbeitgeber, für den der Mann als Netzwerkadministrator gearbeitet hatte, begründete die Entlassung damit, dass der Mitarbeiter seinen Elektroroller auf Kosten des Unternehmens habe aufladen lassen. Dagegen klagte der Mann beim Arbeitsgericht Siegen, das ihm Recht gab und die Kündigung als nicht berechtigt verwarf. Der Mann sei fast 19 Jahre lang ohne Beanstandungen für seinen Arbeitgeber tätig gewesen, erklärte das Gericht.

Das Landesarbeitsgericht bestätigte jetzt mit seiner Entscheidung das Siegener Urteil. Die Hammer Richter folgten dieser Einschätzung und verwiesen darauf, dass in dem Betrieb zum Beispiel auch Handys von Mitarbeitern aufgeladen worden seien. Deshalb wäre höchstens eine Abmahnung für den Mitarbeiter gerechtfertigt gewesen.

Eine Revision ließ das Landesarbeitsgericht nicht zu. Dagegen ist allerdings noch eine Beschwerde möglich.

Top