Urteil

Gericht: Apple-Garantie bietet zu wenig

Eine Hersteller-Garantie sollte dem Verbraucher über die gesetzliche Gewährleistung hinaus einen Mehrwert bieten. Tut sie das nicht, handelt es sich um eine unzulässige Benachteiligung, entschied jetzt ein Gericht. Dabei ging es um Apple und seinen Care Protection Plan.

Apple

Berlin (dpa/tmn/red) - Beim Kauf von Unterhaltungselektronik eingeräumte Herstellergarantien sollten Verbraucher gründlich prüfen. Sie werden zwar als zusätzliche Leistung beworben, bieten in einigen Fällen aber weniger als die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung. Nach einem aktuellen Urteil des Landgerichts Berlin (Aktenzeichen 15 O 601/12) werden Verbraucher durch ein solches Vorgehen unangemessen benachteiligt.

Verbraucher erwarten Zusatzleistung

"Man kann als Verbraucher erwarten, dass man eine Zusatzleistung bekommt", sagt Helke Heidemann-Peuser vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Dieser Auffassung schloss sich das Gericht in seinem Urteil an.

Zwei Jahre Gewährleistung auf Materialfehler

Im konkreten Fall hatte der vzbv vor Gericht 16 Klauseln von Apples Herstellergarantie und dem zusätzlichen Apple Care Protection Plan beanstandet. Unter anderem war statt der gesetzlich festgeschriebenen zwei Jahren Gewährleistung bei Material- und Herstellungsfehlern nur ein Jahr eingeräumt worden. Die Richter kritisierten außerdem unklar formulierte Bedingungen und Übernahme der Transportkosten durch den Kunden bei einer Reparatur im Ausland. Apple hat die Bedingungen mittlerweile geändert.

Bei Gewährleistung zum Händler

Egal, was der Hersteller an Garantieversprechen abgibt: Gesetzliche Gewährleistungsregeln und Herstellergarantie gelten immer nebeneinander. Allerdings können Verbraucher die gesetzlichen Regeln nur gegenüber dem Händler in Anspruch nehmen, bei dem das Produkt gekauft wurde, also etwa im Elektronikmarkt.

Quelle: DPA

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