Geplatzter abos-Deal: Presseerklärung der DSA Deutsche Strom AG

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Wie das strom magazin schon vor zwei Tagen exklusiv berichtete, ist die Übernahme der Hamburger abos energie AG durch die DSA Deutsche Strom AG geplatzt (den gesamten Artikel lesen Sie hier). Heute hat der Hamburger Stromversorger DSA dazu eine Presseerklärung veröffentlich. Diese veröffentlichen wir nachfolgend in der ungekürzten Originalversion.


Die Übernahme der abos energie AG durch die DSA Deutsche Strom AG in Form eines Share-Deals ist gescheitert. Wegen fehlender Übergabe von vereinbarten Unterlagen innerhalb einer angemessenen Frist durch abos wurde der Vertrag nicht rechtskräftig. Für vorab zur Stützung der abos geleistete Darlehen, die abos nicht zurückzahlen konnte, erhielt die DSA die Kundendatei der abos energie AG. Alle Kunden der abos energie AG haben ein Angebot der DSA vorliegen, mit zunächst gleichen Konditionen wie bisher die Versorgung auf die DSA Deutsche Strom AG umzustellen. Die Hälfte der abos Kunden hat sich bereits hierzu entschlossen. Die andere Hälfte wird in diesen Tagen angerufen und beraten.


Der in den Verhandlungen federführende Hamburger Rechtsanwalt Dr. Hubertus Schwarz, gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der DSA Deutsche Strom AG, verweist auf die verschiedenen Verhandlungen, die in einem wesentlichen Vertrag vom 30.01.2001 und einem Ergänzungsvertrag vom 28.02.2001 mit dem Ziel mündeten, dem Kundenstamm der abos gerecht zu werden, die Aktien der abos zu übernehmen und das Unternehmen an die DSA anzubinden. Wie in solchen Transaktionen üblich, ist es nicht möglich gewesen, bei Abschluss des Vertrages im Januar endgültige Daten der abos zu erhalten, so dass die endgültige Übernahme dieses Unternehmens von einer "due diligence" und einer geprüften Bilanz der abos abhängig gemacht werden musste. Dennoch hat sich der Vorstandsvorsitzende der DSA, Jens Schack, der abos gegenüber bereit erklärt, unmittelbar nach Vertragsschluss im Januar sofort substantielle Beträge der abos energie AG als Darlehen zur Verfügung zu stellen, um die Versorgung der Kunden zu sichern. Dabei wurden zunehmend Anteile an dem Kundenstamm der abos zur Sicherheit auf die DSA übertragen. Als die Darlehen nicht zurückgezahlt werden konnten, hat sich die DSA im Interesse der Kundenversorgung letztlich den gesamten Kundenstamm gesichert.


Auch dies war zunächst lediglich ein weiterer Schritt zur Erhaltung der abos. Allerdings haben die Verkäufer der abos und die abos selbst es nicht erreicht, eine testierte Bilanz zum Jahresende 2000 vorzulegen, obgleich dies immer wieder zugesagt worden sei - zuletzt für die Mitte der kommenden Woche. Die Verkäufer haben im übrigen der DSA ausdrücklich vertraglich noch am 28.02.2001 zugesichert, dass ein Insolvenzantrag im Monat März nicht gestellt werde (= werden müsse). Mit dem am 21.03.2001 überraschend gestellten Insolvenzantrag hat die abos energie AG jegliche Möglichkeit abrupt abgeschnitten, gemäß der abgeschlossenen Verträge zu verfahren. Die DSA hat keinerlei Verbindung, Verpflichtung oder Haftung aus dem nun gescheiterten Geschäft.

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