TAB-Studie

Geothermische Stromerzeugung hat in Deutschland enorme Energieerzeugungspotenziale

Laut Hans-Josef Fell, forschungs- und technologiepolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, hat die geothermische Stromerzeugung in Deutschland sehr große Stromerzeugungspotenziale. Mit einer in absehbarer Zeit entwickelbaren Technik ließe sich der gesamte Grundlaststrom in Deutschland mit Geothermie erzeugen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Im Sachbericht "Möglichkeiten geothermischer Stromerzeugung in Deutschland" des Bundestags-Büros für Technikfolgenabschätzung (TAB) heißt es, dass geothermische Energie grundsätzlich eine ernst zu nehmende Option für die zukünftige Energieversorgung darstellt, wenn auch nur Bruchteile des geschätzten Potenzials tatsächlich genutzt werden. Gestern nahm der Forschungsausschuss des Bundestages die Studie des TAB zur geothermischen Stromerzeugung an. Dem Beschluss liegt eine TAB-Studie zu den Möglichkeiten geothermischer Stromerzeugung in Deutschland zu Grunde.

"Wie der Bericht zeigt, hat die geothermische Stromerzeugung sehr große Stromerzeugungspotenziale", kommentiere Hans-Josef Fell, forschungs- und technologiepolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen. Mit einer in absehbarer Zeit entwickelbaren Technik ließe sich der gesamte Grundlaststrom in Deutschland mit Geothermie erzeugen. Neue Entwicklungen in der Anlagentechnologie könnten die Potenziale nochmals anheben und die Kosten spürbar senken. Über die reinen Stromerzeugungspotenziale hinaus könne bei der gekoppelten Strom- und Wärmeproduktion ein bedeutender Anteil des Wärmebedarfs gedeckt werden, so Fell weiter.

Eine wichtige Eigenschaft der Geothermie sei, dass sie über das ganze Jahr hinweg gleichmäßig Strom produzieren kann. Das heißt: Sie kann ohne besonderen regelungstechnischen Aufwand Grundlastkraftwerke (Atomkraftwerke, Braunkohlekraftwerke) im bestehenden Stromverbund ersetzen. Damit sei sie sehr bedeutend für die klima- und energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, erläuterte Fell abschließend.

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