Pünktliche Züge im Winter

Geothermie soll Bahngleise von Eis und Schnee freihalten

Ein deutschlandweites Pilotprojekt hat die Deutsche Bahn ins Leben gerufen. Im bayerischen Sulzbach (Landkreis Passau) wurden diesen Winter die ersten mit Geothermie beheizbaren Weichen installiert und in Betrieb genommen. Ein Jahr lang soll die Anlage nun getestet werden, bevor andere Stationen mit der neuen Technik ausgestattet werden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Mühldorf/Linden (red) - Der Bahnhof Sulzbach in der Gemeinde Ruhstorf an der Rott ist seit diesem Winter im Besitz einer geothermischen Weichenheizung. Der Vorteil, den diese Anlage vor allem für die örtliche Rottalbahn hat, liegt darin, dass "zwei Weichen ökologisch nachhaltig mit Wärme geheizt und im Winter eis- und schneefrei gehalten werden", hieß es in einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn. Laut einer Bahn-Sprecherin sei die Anlage bereits im Oktober installiert worden.

Pilotprojekt im Südosten Deutschlands

In Kooperation mit der Südostbayernbahn startete das Sulzbacher Pilotprojekt zusammen mit den Anlagen in Farchant und Vilseck. Die Weichenheizung solle dafür sorgen, dass die Züge bei widrigen Witterungsbedingungen pünktlich fahren könnten, erläuterte Christian Kubasch von der Südostbayernbahn. Laut Pressemitteilung biete Sulzbach als Standort zudem beste Voraussetzungen, da bereits wenige Meter unter der Erdoberfläche Grundwasser fließe, das zur Wärmegewinnung genutzt werden könne.

130.000 Euro für pünktliche Züge

Nach Angaben der Deutschen Bahn belaufen sich die Investitionskosten der geothermischen Anlage auf eine Summe von rund 130.000 Euro. Diese etwas höheren Anschaffungskosten relativiert das Unternehmen mit der Aussage des Herstellers TripleS GmbH, dass Energiebedarf und Betriebskosten um bis zu 60 Prozent gesenkt werden würden.

Zwölf Monate Probephase

Ob sich die Investition gelohnt hat, der Energiebedarf und die Betriebskosten tatsächlich gesenkt wurden und die Pendler auch bei Schnee und Eis wirklich pünktlich mit der Bahn fahren können, wird sich in einem Jahr zeigen - solange wird die Testphase der geothermischen Anlage laufen. Sollte sie sich bewähren, so heißt es in der Pressemitteilung weiter, würde "die Südostbayernbahn in den nächsten Jahren weitere Stationen mit der klima- und umweltfreundlichen Technologie ausstatten".

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