Zum 1. April in Kraft

GEODE begrüßt die Verabschiedung von europäischen Leitlinien zum Speicherzugang

Die Leitlinien für den Speicherzugang im Gasbereich regeln erstmals detailliert die unterschiedlichen Verpflichtungen von Speicherbetreibern und -nutzern und enthalten u.a. Regelungen zur Entgeltbildung, zum Umfang von Systemdienstleistungen, zur Zuordnung von Kapazitäten und zum Engpassmanagement.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Die gemeinsame Arbeitsgruppe des "Madrid Forum zu Fragen der Gasmarktregulierung" hat kürzlich Leitlinien zum Speicherzugang einstimmig verabschiedet. Sie treten bereits zum 1. April 2004 in Kraft.

"Erstmals wird ein EU-weiter einheitlicher Standard für den Zugang von Speicheranlagen vorgelegt, der durchaus spürbare Auswirkungen auch für den deutschen Gasmarkt schaffen kann. Die GEODE konnte im Madrid-Diskussionsprozess Verbesserungen der Speicherrichtlinien bewirken. Die Richtlinien sind ein erster Schritt im Sinne eines Minimalstandards und sind künftig weiter zu verbessern", kommentierte Christian Held, stellvertretender Präsident der GEODE (Groupement Européenne des Entreprises et Organismes de Distribution d'Energie) und Vertreter der GEODE im Madrid Forum.

Die Leitlinien für den Speicherzugang würden erstmals detailliert die unterschiedlichen Verpflichtungen von Speicherbetreibern und -nutzern geregelt und enthielten Regelungen zur Entgeltbildung, zum Umfang von Systemdienstleistungen, zur Zuordnung von Kapazitäten und zum Engpassmanagement in Bezug auf Speicheranlagen, führte Held aus. Zudem würden Vorgaben zur vertraulichen Behandlung von marktrelevanten Informationen sowie zur Transparenz von Vertragsbedingungen und von operationellen Informationen den Speicherzugang für Dritte erleichtern. Zusätzlich sei die Etablierung von Sekundärmärkten, auf denen Speicherkapazitäten gehandelt werden können, in den Leitlinien vorgesehen, was zu mehr Flexibilität und Wettbewerb auf den Speichermärkten führen werde.

Die GEODE verweist in diesem Zusammenhang vorallem auf die wesentliche Bedeutung von Speicheranlagen für die Vertragsoptimierung im liberalisierten Gasmarkt einerseits und die Versorgungssicherheit andererseits. Als Ergänzung zur Regulierung des Netzzugangs sei die Verabschiedung der Leitlinien entschieden zu begrüßen. Da es sich bei dem nun verabschiedeten Leitlinien ohnehin schon um einen Kompromiss zwischen allen Marktbeteiligten handele, dürften diese Leitlinien nicht mehr als einen ersten Schritt hin zu mehr Speicherwettbewerb im Rahmen der Schaffung eines börsentauglichen und netzeigentumsübergreifenden Netzzugangsmodells darstellen, sieht es der GEODE jedoch realistisch.

Sollten die Leitlinien auch in ihrer Weiterentwicklung nicht zu einem liquiden Markt für Speicherdienstleistungen führen, fordert die GEODE bereits heute eine europaweit rechtlich verbindliche Ausgestaltung des Speicherzugangs in Form einer EG-Verordnung ein.

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