GENO Strom: Über der 100-Millionen-Marke / Kritik an starken Wettbewerbsbehinderungen

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Die GENO Strom, Stuttgart, die Stromhandelsgesellschaft der württembergischen Genossenschaftsorganisation, ist mit ihrem ersten Geschäftsjahr außerordentlich zufrieden. Dies betonte Verbandsdirektor Dr. Franz Honikel vom Württembergischen Genossenschaftsverband anlässlich der Jahrespressekonferenz des Verbandes. Zum Jahresanfang 2001 waren etwa 11 000 Kunden mit über 100 Millionen Kilowattstunden Jahresverbrauch unter Vertrag. Der Löwenanteil des Stromvolumens entfalle auf gewerbliche Kunden. Im Jahr 2000 wurde ein Umsatz von etwa sechs Millionen Euro (elf Millionen DM) erzielt. Über 200 Genossenschaften sind Vertriebspartner.


"Mit GENO Strom haben zahlreiche mittelständische Unternehmen, viele Genossenschaften sowie deren Mitglieder die Chance genutzt, vom liberalisierten Strommarkt zu profitieren", erklärte Dr. Honikel. Allerdings gehe der Übergang von einem monopolistischen in einen liberalisierten Markt nicht so schnell und reibungslos vonstatten, wie dies von den neuen Wettbewerbern und der Politik erwartet wurde, ergänzte er. Er kritisierte anhaltend starke Wettbewerbsbehinderungen am Strommarkt. "Neben überhöhten Gebühren für die Netznutzung werden u.a. besondere Messeinrichtungen für Kunden verlangt, die den Stromanbieter wechseln wollen." Netzbetreiber würden den Kunden teilweise Angebote unterbreiten, die günstiger sind als die Gebühren für Durchleitung und Konzessionsabgabe, die die Netzbetreiber von GENO Strom verlangen. "Des weiteren werden Kündigungen verschleppt und Durchleitungsverhandlungen erschwert."


Aus diesem Grund begrüße Honikel, dass das Bundeskartellamt jetzt exemplarisch gegen Netzbetreiber vorgeht, die durch überhöhte Gebühren die Konkurrenz behindern. Das sei aber nur ein halbherziger Schritt angesichts der Tatsache, dass der Wettbewerb in Deutschland von vier Großunternehmen beherrscht werde. "Wir brauchen dringend auch für den Strommarkt eine Regulierungsbehörde, sonst wird die Liberalisierung scheitern", prognostiziert Honikel.

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