E.ON Thüringer Energie AG

Gemischte Reaktionen auf neuen Mammutkonzern in Thüringen

Durch den Zusammenschluss der Energieunternehmen Thüringer Energie AG (TEAG) und Gasversorgung Thüringen GmbH (GVT) entsteht im Freistaat das zweitgrößte Unternehmen. Während die SPD der Fusion positiv gegenübersteht, kritisierte die PDS den Zusammenschluss wegen Ausbau der Monopolstellung.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Wie gestern bereits berichtet, schließen sich die Thüringer Energie AG (TEAG) und die Gasversorgung Thüringen GmbH (GVT) zum 1. September zur E.ON Thüringer Energie AG zusammen. Damit entsteht das zweitgrößte Unternehmen im Freistaat. Während die SPD der Fusion positiv gegenübersteht, kritisierte die PDS den Zusammenschluss, dem die an beiden Versorgern beteiligten kommunalen Gremien noch zustimmen müssen.

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) begrüßte den Zusammenschluss als "richtigen Schritt zur richtigen Zeit". Es entstehe ein schlagkräftiges Unternehmen, das den Wirtschaftsstandort Thüringen stärke. Zudem seien bei dem Zusammenschluss keine Arbeitsplätze gefährdet, sagte der Regierungschef. Althaus räumte jedoch ein, dass die Energiepreise durch die Fusion auf kurzfristige Sicht nicht sinken. Mittelfristig erwartet er eine "Stabilisierung der Preise".

Auch die SPD steht der Fusion der Erfurter Unternehmen positiv gegenüber. Der SPD-Abgeordnete Hartmut Schubert bezeichnete den angestrebten Zusammenschluss als einen "wichtigen Schritt zur Stärkung der regionalen Energiedienstleistungen in Thüringen". Er begrüßte zudem, dass den Kommunen künftig durch den höheren Anteil an dem Versorger ein "stärkerer Einfluss" zugebilligt werde. Langfristig müsste der Sitz des Unternehmens im Freistaat bleiben.

Skeptisch sieht dagegen die PDS den Zusammenschluss. Damit entstehe ein Mammutkonzern, der weite Teile der Daseinsvorsorge im Freistaat kontrolliere, erklärte der Abgeordnete Tilo Kummer. Er forderte die Landesregierung auf, den Konzern verstärkt zu kontrollieren, um negative Auswirkungen seiner Monopolstellung auf die Verbraucher im Freistaat zu unterbinden.

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