Ungleichbehandlung

Vorwurf: Allianz benachteiligt Riester-Kunden

Die Allianz benachteiligt nach Angaben von Verbraucherschützern ältere, ärmere sowie kinderreiche Kunden, die eine Riester-Rente bei ihr abgeschlossen haben. Diese Kunden würden nur eingeschränkt an den Überschüssen beteiligt, teilten der Bund der Versicherten und die Verbraucherzentrale Hamburg am Montag mit.

Geld© c / Fotolia.com

Hamburg (afp/red) - Sie mahnten den Marktführer nach eigenen Angaben ab und forderten ihn auf, bis zum Freitag eine Unterlassungserklärung abzugeben und die Ungleichbehandlung seiner Kunden zu beenden. Eine aufwändige Analyse von Kleingedrucktem, Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Geschäftsbericht des Konzerns habe ergeben, dass die Allianz Kostenüberschüsse nur an Kunden auszahle, deren "Garantiekapital" höher als 40.000 Euro sei. Diese Grenze sei für ärmere, ältere und kinderreiche Kunden kaum erreichbar, kritisierten die Experten.

Alle sollen gleichermaßen an Überschüssen beteiligt werden

Eine derartige Ungleichbehandlung verstoße gegen das Versicherungsrecht. "Wir schätzen, dass dem Allianz-Riester-Kunden damit ein Betrag von bis zu 3500 Euro zu Rentenbeginn nicht zur Verfügung steht", erklärte Alex Kleinlein vom Bund der Versicherten.

Versicherungskunden werden an Überschüssen beteiligt. Dazu gehören auch die sogenannten Kostenüberschüsse, die entstehen, wenn ursprünglich kalkulierte Kosten unterschritten werden. Davon steht den Versicherten mindestens die Hälfte zu.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Versicherung

    Gericht kippt Riester-Klausel der Allianz

    Undurchsichtige Bestimmungen zur Überschussbeteiligung in einem Versicherungsvertrag sind rechtswidrig. Dies bestätigte jetzt das OLG Stuttgart in zweiter Instanz und folgte damit einer Klage von Verbraucherschützern. Die Allianz darf diese Klausel nun nicht weiter verwenden.

    weiter
  • Lebensversicherung

    Rückkaufwert von Lebensversicherungen geklärt

    Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit einem weiteren Urteil die Rechte von Verbrauchern bei der Kündigung von Lebensversicherungen geklärt. Mindestens die Hälfte des Deckungskapitals muss bei einer vorzeitigen Kündigung ausgezahlt werden - auch bei hohen Abschlusskosten.

    weiter
  • Telefon

    Netzagentur geht gegen Betrugsmasche vor

    Die Bundesnetzagentur hat weiteren Telefonbetrügern das Handwerk gelegt. Netzbetreiber dürfen nun Leistungen mit bestimmten Merkmalen nicht mehr in Rechnung stellen. Wer bereits gezahlt hat, darf hoffen, sein Geld wieder zu bekommen.

    weiter
  • Sparbuch

    Versicherungen und Vorsorge: Das ändert sich 2012

    Im nächsten Jahr ändert sich wieder so einiges. Die Rente mit 67 kommt und damit auch Änderungen bei Rentenversicherung und Altersvorsorge. Aber auch bei Kranken- und Pflegeversicherung gibt es Neuerungen. Die Verbraucherzentrale NRW informiert über die wichtigsten Änderungen.

    weiter
  • Versicherungen

    Gekündigte Lebensversicherungen sind Verlustgeschäft

    Eigentlich sollen Kapitallebensversicherungen dafür sorgen, dass man im Alter nicht am Hungertuch nagen muss. Doch wer schon jetzt in eine private Finanzkrise gerät und die Versicherung kündigen muss, weil er die Beiträge nicht mehr zahlen kann, macht in aller Regel ein herbes Verlustgeschäft.

    weiter
Konto & Co.
Geldanlage
Kredite
Autofinanzierung
Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.