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Geld 2017: Was ändert sich für Verbraucher?

Beim Thema Geld können sich die meisten Verbraucher 2017 freuen. Gleich mehrere Faktoren dürften sich im Geldbeutel positiv bemerkbar machen. Allerdings könnten die Ölpreise noch einmal alles über den Haufen werfen.

500 Euro© eyetronic / Fotolia.com

Düsseldorf - Höhere Gehälter, mehr Rente und ein aufgebesserter Mindestlohn: Das Jahr 2017 bietet für Arbeitnehmer und Rentner vielversprechende Perspektiven. "Die meisten Verbraucher werden wohl mehr Geld im Portemonnaie haben", sagt der Konjunkturexperte Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI).

Verdienst steigt im Schnitt um 2,3 Prozent

Dem Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute zufolge dürfte der Verdienst je Arbeitnehmer 2017 im Durchschnitt um 2,3 Prozent steigen. Das läge spürbar über dem prognostizierten Anstieg der Verbraucherpreise von 1,4 Prozent. Viele Geringverdiener werden außerdem vom Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns profitieren, der sich Anfang 2017 um 4 Prozent auf 8,84 Euro erhöht. Und auch die Rentner können nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund mit einem Zuschlag von bis zu 2,0 Prozent rechnen.

Ölpreise könnten Geldbeutel wieder stärker belasten

Allerdings sind diese Prognosen mit gewissen Unsicherheiten behaftet, wie Konjunkturexperte Döhrn betont. So könnte ein deutlicher Anstieg der Ölpreise den Verbrauchern zumindest teilweise einen Strich durch die Rechnung machen. Gelingt es dem Förderkartell Opec die Preise dauerhaft nach oben zu treiben, könnte dies die Inflation erhöhen. Die reale Lohnsteigerung würde dann entsprechend niedriger ausfallen.

Hartz-IV-Satz steigt

Auch Hartz-IV-Empfänger bekommen etwas mehr Geld. Der monatliche Regelsatz für alleinstehende Langzeitarbeitslose steigt zum Jahreswechsel um fünf Euro auf 409 Euro. Auch für Paare und Kinder gibt es einen Aufschlag, den größten für die 6- bis 13-Jährigen: Für diese Gruppe steigt der monatliche Regelsatz von 270 auf 291 Euro.

Mini-Steuersenkung soll Bürger entlasten

Für Steuerzahler gibt es ebenfalls ein wenig Erleichterung. Bundestag und Bundesrat haben im Dezember eine Mini-Steuersenkung beschlossen, mit der die Bürger um jährlich knapp 6,3 Milliarden Euro entlastet werden sollen. Konkret soll der Grundfreibetrag 2017 um 168 Euro auf 8820 Euro steigen. Der Kinderfreibetrag wird um 108 auf 4716 Euro erhöht. Das Kindergeld steigt ebenfalls - allerdings nur um zwei Euro pro Kind.

Kinderzuschlag und höhere Einkommensgrenzen bei der Steuer

Wer wenig verdient, kommt darüber hinaus in den Genuss des Kinderzuschlags, der Anfang 2017 um 10 Euro auf 170 Euro je Monat erhöht wird. Außerdem steigen die Einkommensgrenzen bei der Steuer im nächsten Jahr für alle Steuersätze um 0,73 Prozent. Damit soll die erwartete Inflationsrate quasi in den Steuertarif eingearbeitet und eine "kalte Progression" verhindert werden. Damit wird der Effekt bezeichnet, dass Lohnerhöhungen lediglich die Inflation ausgleichen und es trotz einer unveränderten Arbeitsleistung zu einem Anstieg der Durchschnittsbelastung kommt.

Was wird 2017 teurer?

Doch wird auch einiges teurer. So müssen sich Gutverdiener auf höhere Beiträge zur Sozialversicherung einstellen. Denn auch 2017 steigt wieder die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung Sozialbeiträge gezahlt werden müssen. Die bundeseinheitliche Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung etwa erhöht sich von 4.237,50 auf 4.350 Euro im Monat. Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung steigt im Westen von 6.200 auf 6.350 Euro, im Osten von 5.400 auf 5.700 Euro.

Auch die vom Gesetzgeber beschlossene Ausweitung der Leistungen der Pflegeversicherung kostet Geld. Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt ab dem 1. Januar um 0,2 Prozentpunkte auf dann 2,55 Prozent. Den Beitragssatz teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Kinderlose müssen einen Zuschlag zahlen.

Quelle: DPA

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