1500 Stellen in Gefahr

Gegen Vattenfalls Sparpläne regt sich Widerstand

Etwa 450 Lausitzer Kohlekumpel haben sich am Dienstag bei einer Mitgliederversammlung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) in Schwarze Pumpe bei Spremberg gegen von Vattenfall angekündigte Sparpläne ausgesprochen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Spremberg (ddp/red) - Ein von dem Energiekonzern kürzlich in Aussicht gestelltes Einsparkonzept wollen Betriebsräte, Funktionäre und Mitglieder nicht so hinnehmen, wie der Cottbuser IG BCE-Bezirksleiter Ralf Hermwapelhorst sagte.

Mit Vertretern der IG Metall Hamburg und der Gewerkschaft ver.di Berlin soll am 4. März in Berlin eine gemeinsame Position zu den vorgesehenen Vattenfall-Sparplänen gefunden werden.

Die Lausitzer Kumpel hätten sich insbesondere gegen die dauerhaften Einsparungen von Vattenfall bei den Personalkosten ausgesprochen, sagte Hermwapelhorst. Nach Gewerkschaftsangaben will der Energiekonzern rund 180 Millionen Euro dauerhaft einsparen. Das gehe aus einem Vorstandsbrief hervor. Die Betriebsangehörigen fürchteten betriebsbedingte Kündigungen, Ausgründungen und andere Tarifmaßnahmen. Etwa 1500 Vollzeitarbeitsplätze sollen in diesem Zusammenhang abgebaut werden.

Die IG BCE forderte angesichts des vor kurzem vorgelegten positiven Konzernergebnisses von Vattenfall die Beibehaltung der vereinbarten Beschäftigungssicherung und die Aussetzung von betriebsbedingten Kündigungen über das Jahr 2012 hinaus.

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