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Gefahr für Altersarmut wächst: Politiker schlagen Alarm

Von Altersarmut ist einer WDR-Untersuchung zufolge 2030 etwa die Hälfte aller Rentner bedroht und dementsprechend unter Umständen auf staatliche Leistungen angewiesen. Immer mehr Politiker kündigen nun an, das Thema verschärft in Angriff nehmen zu wollen.

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Berlin - SPD-Chef Sigmar Gabriel will mit einer Reform der Alterssicherung ein weiteres Absinken des Rentenniveaus verhindern. "Das Niveau der gesetzlichen Rente darf nicht weiter sinken, sondern muss auf dem jetzigen Niveau stabilisiert werden", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) kündigte ein umfassendes Gesamtkonzept an. Laut einem Bericht des WDR droht 2030 fast jedem zweiten Rentner Altersarmut.

Gabriel will Altersarmut verhindern

Gabriel will mit einer umfassenden Rentenreform Altersarmut von Millionen Rentnern verhindern. Wenn die Union eine Sicherung des Rentenniveaus nicht mitmache, "wird die SPD das spätestens zur Bundestagswahl zur Abstimmung stellen", kündigte er an. Mit seinem Vorstoß stellt der Parteichef eine Rentenreform der einstigen rot-grünen Bundesregierung infrage: Das Niveau der gesetzlichen Rente von derzeit rund knapp 48 Prozent des Durchschnittslohns könnte nach aktueller Gesetzeslage bis 2030 auf 43 Prozent sinken.

Gabriel sagte: "Viel zu viele Menschen haben in den letzten 20 Jahren zu wenig verdient. Wenn das Rentenniveau weiter sinkt, droht ihnen Altersarmut." Um dies zu verhindern, sei eine "gerechte Anpassung" der Rentenformel notwendig. "Es ist unsere moralische Pflicht, das Rentenniveau in Zukunft zu sichern."

Nahles: Demografische Veränderungen fordern neue Antworten

Nahles kündigte ein umfassendes Konzept an. Aus den Veränderungen der ökonomischen und demografischen Bedingungen ergäben sich neue Antworten, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Ich werde dafür sorgen, dass wir diese Antworten zügig, aber mit größter gebotener Sorgfalt erarbeiten und ein Gesamtkonzept vorlegen." Eine belastbare Grundlage dafür seien die Berichte zur Alterssicherung und Rentenversicherung, die die Bundesregierung im Herbst vorlegen werde.

Seehofer: Rentenreform noch vor der Bundestagswahl

Zuletzt hatte sich CSU-Chef Horst Seehofer für eine große Rentenreform ausgesprochen und eine Erhöhung der Altersbezüge für breite Schichten verlangt. Die 2001 eingeführte Riester-Rente hält er für gescheitert. Am Dienstag sagte Seehofer, die große Koalition sondiere die Möglichkeit einer gemeinsamen großen Rentenreform noch vor der Bundestagswahl. "Es ist keine Verirrung, sondern bitter notwendig, dass wir das Thema angehen."

Nahles sieht die gesetzliche Rentenversicherung als "das zentrale Versprechen des Sozialstaats" an, dass Arbeitnehmer nach einem Arbeitsleben im Alter auch davon leben können.

WDR: Die Hälfte der Rentner ist 2030 womöglich auf Hartz-IV angewiesen

Nach einem Bericht des WDR droht fast jedem zweiten Bundesbürger, der ab 2030 in Rente geht, eine Altersversorgung aus der gesetzlichen Rentenversicherung unterhalb der Armutsgrenze. Beinahe die Hälfte der Rentner wären dann möglicherweise abhängig von staatlichen Grundsicherungsleistungen, also faktisch Hartz-IV-Empfänger, berichtete der WDR unter Berufung auf eigene Recherchen und Berechnungen. Wichtigster Grund dafür sei das sinkende Niveau der gesetzlichen Rente. Die Deutsche Rentenversicherung Bund wies die Angaben zurück.

Quelle: DPA

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