Tagung in NRW

Gebäudeenergiepass wird Altbausanierungen auslösen

Im nächsten Jahr wird aufgrund einer EU-Richtlinie auch in Deutschland ein Gebäudeenergiepass eingeführt. Er beschreibt detailliert, wie hoch der Energiebedarf des Hauses ist und soll Käufern und Mietern schon im vorhinein einen Überblick über die Energiekosten verschaffen. Hinweise dazu gab es auf einer Tagung in Duisburg.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Duisburg (red) - Obwohl der Gebäudepass erst im Januar 2006 eingeführt wird, löse er schon jetzt energetische Gebäudesanierungen aus. "Der Gebäudepass wird die Motivation, sein Haus energetisch in Form zu halten oder zu bringen, vergrößern", erklärte denn auch NRW-Städtebauminister Dr. Michael Vesper auf einer Duisburger Tagung.

Ein niedriger Energiebedarf werde zunehmend zum Qualitätsmerkmal für Gebäude. Die wärmetechnische Sanierung senke den Verbrauch von Heizenergie, die Modernisierung einer veralteten Heizungsanlage erschließe zusätzliche Energiesparpotenziale. Wie dieses zum Beispiel via Energie-Contracting finanziert werden kann, war ein weiteres Thema der Tagung. Neben dem Wohnkomfort steigere eine Sanierung auch den Wert des Gebäudes. Wie es geht, zeigt das im Rahmen der Veranstaltung präsentierte neue "Handbuch Altbaumodernisierung", herausgegeben vom Städtebauministerium in Kooperation mit dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und Bauwesen NRW (ILS).

"Wir wollen heute Immobilienbesitzern Wege weisen, damit sie kein Haus mit Handicap, sprich mit hohem Energieverbrauch vermieten oder verkaufen", führte Vesper aus. Häuser mit hohem Verbrauch würden künftig durch den Gebäudeenergiepass als Energieverschwender entlarvt. "Mit dem Gebäudeenergiepass wird jeder Hausbesitzer wie bei seinem Auto wissen, wie viel Kraftstoff sein Haus benötigt. Das ist ein Stück Verbraucherschutz", so der Minister.

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