Transparenz

Gebäude-Energiepass verspätet sich

Bevor der Energiepass in Deutschland zur Pflicht werden kann, muss die Bundesregierung die EU-Vorgaben in nationales Recht umsetzen. Was fehlt ist eine neue Energieeinsparverordnung (EnEV), in der die Details für den Energiepass festgelegt werden. Sie soll im Laufe nächsten Jahres kommen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Wie die Deutsche Energie-Agentur in dieser Woche (dena) mitteilte, wird der Energiepass für Gebäude in Deutschland nicht schon zum 4. Januar 2006 eingeführt. Die Regelung tritt aber voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres in Kraft und soll dann für mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt sorgen und kräftige Impulse für Modernisierungsmaßnahmen und Investitionen in die energetische Gebäudesanierung geben.

Bevor der Energiepass in Deutschland zur Pflicht werden kann, muss die Bundesregierung die EU-Vorgaben in nationales Recht umsetzen. Ein erster Schritt sei die Verabschiedung des neuen Energieeinsparungsgesetzes gewesen, erläutert die dene. Es fehle aber noch eine neue Energieeinsparverordnung (EnEV), in der die Details für den Energiepass festgelegt werden. Erst nach ihrem In-Kraft-Treten müssen Gebäudeeigentümer den Energiepass erstellen lassen, wenn sie ein Haus oder eine Wohnung bauen, verkaufen oder vermieten wollen. Das gilt sowohl für bestehende Wohnimmobilien als auch für Büro- und Dienstleistungsgebäude. Für Neubauten hingegen sind Energiepässe nichts Neues: Hier gilt die Pflicht schon seit 2002.

Um die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie vorzubereiten, führte die dena in enger Kooperation mit den zuständigen Ministerien im Jahr 2004 einen bundesweiten Feldversuch zum Energiepass durch. Im Kurzverfahren kostetete der Pass hierbei weniger als 200 Euro bei Einfamilienhäusern und weniger als 300 Euro bei Mehrfamilienhäusern. Das Kurzverfahren reiche dabei vollkommen aus, um die EU-Gebäuderichtlinie zu erfüllen, hieß es.

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