Mai-Rechnung beglichen

Gazprom hält Druck auf Ukraine weiterhin aufrecht

Die Ukraine hat ihre Gasschulden bei Russland beglichen, dennoch hält der russische Energieriese Gazprom das Nachbarland unter Druck. Angesichts der Wirtschaftskrise sei es "wenig wahrscheinlich", dass Naftogaz auch die Juni-Rechnung werde bezahlen können, hieß es.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau/Kiew (afp/red) - Im russisch-ukrainischen Gasstreit setzt der russische Energieriese Gazprom die Ukraine trotz der bezahlten Mai-Rechnung weiter unter Druck. Zwar habe das ukrainische Unternehmen Naftogaz alle Ausstände beglichen, sagte ein Gazprom-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Jedoch werde erwartet, dass die Juni-Rechnung nicht bezahlt werden könne.

Am Freitag wurde eine offene Rechnung für den Monat Mai bezahlt, wie ein Sprecher des staatlichen ukrainischen Energieversorgers Naftogaz der Nachrichtenagentur AFP sagte. Angesichts einer drohenden neuen Gaskrise hatte Staatschef Viktor Juschtschenko zuvor angekündigt, umgerechnet 350 Millionen Euro für die Zahlung an den russischen Energieriesen Gazprom freizugeben.

Die russische Regierung warnt seit Wochen, dass die Ukraine ihre Gasrechnungen bald nicht mehr bezahlen könne. Anfang des Jahres hatte ein Streit zwischen Kiew und Moskau dazu geführt, dass EU-Staaten tagelang von russischem Gas abgeschnitten waren. Angesichts einer drohenden neuen Gaskrise hatte die EU am Donnerstag ranghohe Kommissionsvertreter nach Russland und in die Ukraine geschickt, um alle verfügbaren Informationen über die gegenwärtige Entwicklung zusammenzutragen.

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