Drohgebärden

Gasstreit scheint erneut aufzuflammen

Der Gasstreit zwischen Russland und seinem Nachbarn Weißrussland ist am Freitag erneut aufgeflammt. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko drohte Russland mit einem neuen Transportstopp von Gas und zusätzlich auch von Öl nach Europa, sollte Gazprom noch immer offene Forderungen nicht bezahlen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Minsk (afp/red) - Die neue Transitblockade könne schon in den kommenden beiden Tagen in Kraft treten, erklärte Lukaschenko.

Am Donnerstag hatten sich die Wogen im Gasstreit der beiden Länder zunächst geglättet. Russland hatte seinem Nachbarstaat 228 Millionen Dollar Gas-Transportgebühren gezahlt. Weißrussland besteht jedoch auf insgesamt 260 Millionen Dollar (211 Millionen Euro). Der staatliche russische Energiegigant Gazprom stritt am Freitag ab, Weißrussland noch Geld für den Gastransit nach Europa zu schulden. Der Staatskonzern ließ sich jedoch eine Hintertür für mögliche weitere Zahlungen offen: Es gebe eine Grundsatzeinigung über den Anhang des neuen Liefervertrages für 2010, der in naher Zukunft unterzeichnet werden solle.

Die beiden Nachbarländer hatten sich in den vergangenen Tagen heftig um offene Rechnungen gestritten. Russland hatte seinem Nachbarn nach und nach den Gashahn abgedreht und die Lieferungen um bis zu 60 Prozent gedrosselt. Minsk drohte daraufhin, russisches Gas nicht nach Europa weiterzuleiten.

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