Schulden bezahlt

Gasstreit offenbar beendet (Upd.)

Russland hat seine Gaslieferungen an Weißrussland nach eigenen Angaben wieder in voller Höhe aufgenommen. Weißrussland habe seine Schulden komplett bezahlt, bestätigte eine Kreml-Sprecherin am Donnerstag laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen. Gleiches gelte umgekehrt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau (afp/red) - Der Chef des russischen Gasriesen Gazprom, Alexej Miller, habe Präsident Dmitri Medwedew in einem Anruf darüber informiert, dass "die weißrussische Seite entsprechend des Vertrags vollständig für die Lieferung des Gases bezahlt" hat. Gazprom habe daher entschieden, wieder die volle Menge Gas an Weißrussland zu liefern, sagte die Sprecherin demnach.

Weißrussland hatte in dem Gasstreit mit dem Nachbarland am Mittwochabend erklärt, seine Schulden bei Russland komplett bezahlt zu haben. Das Land drohte zugleich, wenn nun Gazprom ausstehende Transitgebühren nicht bezahle, werde kein russisches Gas mehr nach Europa weitergeleitet.

Der Streit hatte sich an gegenseitigen Forderungen nach der Zahlung offener Rechnungen entzündet: Russland warf Weißrussland vor, nicht für Gaslieferungen gezahlt zu haben; Weißrussland wollte von Russland ausstehende Gebühren für das Weiterleiten russischen Gases in Richtung Westen. Moskau hatte seine Gaslieferungen daraufhin um zuletzt 60 Prozent gekürzt, Minsk drosselte den Gastransit.

Inzwischen hat offenbar auch Gazprom offene Rechnungen bezahlt. Wie ein Vertreter des weißrussischen Pipeline-Betreibers Beltransgaz am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, hat der russische Staatskonzern Gazprom einen ausstehenden Betrag für Transitgebühren beglichen. "Die Beziehungen verbessern sich wieder", fügte er hinzu. Zuvor hatte ein Gazprom-Sprecher die Zahlung angekündigt. "Es gibt im Moment keine Probleme, die den Gastransit und Gaslieferungen nach Weißrussland behindern."

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