Auswirkungen auf Westeuropa

Gasstreit mit Ukraine: Gazprom warnt vor Lieferengpass

Der angekündigte Lieferstopp für russisches Gas an die Ukraine könnte nach Einschätzung des russischen Gasverbandes Auswirkungen auf Westeuropa haben. Zwar stehe Gazprom für Liefersicherheit ein, "aber wir können nicht garantieren, wie sich die Ukraine verhalten wird", sagte Verbandschef Walerij Jasew der "Leipziger Volkszeitung".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (AFP) - Er hob hervor, dass die Ukraine die Gaslieferungen der vergangenen drei Monate bisher nicht bezahlt habe. "Bis Ende des Jahres werden das Schulden von drei Milliarden US-Dollar sein", sagte Jasew, der auch Vizepräsident der russischen Duma ist. Solange die Ukraine nicht bezahle, werde es deshalb auch keine Lieferverträge für das Jahr 2009 geben.

Der Großteil der Gasimporte der EU aus Russland wird durch die Ukraine in den Westen gepumpt. Ein früherer Streit zwischen den beiden Ländern über die Gaspreise hatte im Januar 2006 die Lieferungen in eine Reihe europäischer Länder kurzzeitig beeinträchtigt.

Russland hatte am Donnerstag gedroht, die Gaslieferungen an die Ukraine zum Jahreswechsel einzustellen. Grundsätzlich wäre die Ukraine dennoch verpflichtet, das Gas Richtung Westeuropa durchzuleiten.

Quelle: AFP

Das könnte Sie auch interessieren
  • Gaspreis

    Gaspreise trotz Ukraine-Krise stabil

    Die Gasversorgung in Deutschland läuft trotz der Ukraine-Krise ungestört. Ähnlich wie die Ölpreise zeigen sich auch die Gaspreise von den aktuellen Konflikten weitgehend unbeeindruckt. Es gibt keine Anzeichen für steigende Verbraucherpreise, wie Verivox anhand seines jährliches Gaspreis-Indexes ermittelt hat.

  • Geld

    Erdgaspreis hat nur wenig Einfluss auf Stromkosten

    Wenn Russland den Erdgaspreis nach oben schraubt, nimmt das kaum einen Einfluss auf die Strompreise in Deutschland, ermittelte aktuell Energy Brainpool anhand eines Energiemarktmodells. Vor allem sei dieser Umstand auf den Umstieg auf die Erneuerbaren zurückzuführen. Der in Deutschland genutzte Strom wird nur noch zu einem geringen Anteil in Gaskraftwerken produziert.

  • Energieversorung

    Keine Einigung bei Gas-Streit mit Ukraine in Sicht

    Gazprom geht auf Konfrontationskurs zur Ukraine. In den Gesprächen mit dem Nachbarland sei man "noch weit von einer Einigung entfernt", sagte der stellvertretende Gazprom-Chef Alexander Medwedew.

  • Stromtarife

    E.ON-Chef Bernotat warnt vor Engpass beim Strom

    E.ON-Chef Wulf Bernotat hat vor einem Engpass bei der Stromversorgung gewarnt. Schon 2012 könne Deutschland seinen eigenen Bedarf nicht mehr decken. Der Atomausstieg könnte deshalb kippen, sagt Bernotat der "Süddeutschen Zeitung". Nur längere Laufzeiten für Atommeiler und neue Kraftwerke könnten die Stromlücke noch verhindern.

  • Stromtarife

    Russland droht der Ukraine mit Verdopplung von Gaspreis

    Im Streit um ausstehende Schulden für Erdgas-Lieferungen hat Gazprom der Ukraine mit einer Verdopplung der Preise gedroht. Zwar seien inzwischen die ersten Schulden zurückgezahlt worden, sagte ein Gazprom-Sprecher am Sonntagabend. Dabei handle es sich allerdings noch nicht um die komplette vereinbarte Summe.

Top