Unbegründet und unangemessen

Gaspreiserhöhungen: Hustedt und BdE auf einer Linie / Gasverband verteidigt sich

Während die energiepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Michaele Hustedt, ebenso wie der Bund der Energieverbraucher der Ansicht ist, dass die jüngsten Gaspreiserhöhungen "nicht durch erhöhte Importpreise begründbar" sind, hat sie der Gaswirtschaftsverband erneut mit dem gestiegenen Importwert begründet.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) hat die von den Versorgern angekündigten Preiserhöhungen gegen alle Kritik verteidigt. Der Wert der deutschen Erdgasimporte sei entgegen anderslautender Darstellung seit Januar deutlich gestiegen, erklärte der BGW am Mittwoch in Berlin.

Der Oktoberwert habe 10,5 Prozent über dem Wert vom Januar gelegen. Im Januar kommenden Jahres werde nach aktueller Prognose der Wert fast 18 Prozent höher liegen als im Januar 2004. Damit vollziehen die Importwerte nach BGW-Darstellung den deutlichen Anstieg des Ölpreise seit diesem Frühjahr zeitversetzt nach. Die Behauptung des Bundesverbandes der Energieverbraucher, wonach die Preise für Erdgasimporte im Vorjahresvergleich im Zeitraum Januar bis Oktober um 7,7 Prozent gesunken seien, führe daher in die Irre, bemängeln die Versorger. Die entsprechenden, vom Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (BAFA) veröffentlichten Zahlen zum Grenzübergangspreis seien ein Indexwert aus mehreren Komponenten, der aber nicht identisch sei mit dem Import- oder Großhandelspreis. Man könne nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Der Bund der Energieverbraucher hatte zuvor unter Hinweis auf die BAFA-Zahlen die jüngsten Gaspreiserhöhungen als "unbegründet und unangemessen" bezeichnet. Der Verein, der sich als Interessenvertretung der privaten und kleingewerblichen Energieverbraucher in Deutschland versteht, warf den Versorgern vor, sie hätten "bei der Preisgestaltung offenbar jedes Maß verloren". Die nächsten Preisanhebungen seien bereits angekündigt. Der Bund ist er Meinung, dass die Gaspreise bereits vor der Erhöhung um etwa 20 Prozent zu hoch lagen.

Auch die energiepolitische Sprecherin der Grünen, Michaele Hustedt, ist wie der Verbraucherverband der Ansicht, dass die jüngsten Gaspreiserhöhungen "nicht durch erhöhte Importpreise begründbar" sind. Die Bundesregierung müsse jetzt zügig das neue Energiewirtschaftsgesetz vorantreiben, damit möglichst schnell die Regulierungsbehörde für den Energiemarkt als "starker Preisrichter" seine Arbeit aufnehmen könne. Jetzt vorgenommene Preiserhöhungen sollten nachträglich überprüft werden, forderte sie.

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