Gasmarkt

Gaspreise sind kaum gesunken

Sehr lange waren die Gaspreise an die Ölpreise gekoppelt. Das ist vorbei: Denn im Gegensatz zum Öl ist das Gas kaum billiger geworden. Experten sehen dennoch Vorteile für Verbraucher, vor allem, was künftige Entwicklungen angeht.

Gaspreis© Kautz15 / Fotolia.com

Hamburg (dpa/red) - Öl wird billiger, Gas dagegen nicht. Die Gaspreise in Deutschland bewegen sich kaum. Bislang haben nur wenige der mehr als 700 Gasversorger in Deutschland Preissenkungen angekündigt oder umgesetzt. Das ergaben Umfragen und Erhebungen des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID sowie mehrerer Verbraucher- und Vergleichsportale im Internet. Der Verbraucherpreisindex Gas des Portals Verivox weist einen Durchschnittspreis von 6,45 Cent bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden aus. Das ist nur unwesentlich weniger als in den vergangenen drei Jahren. Verglichen mit dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres ist Gas um etwa zwei Prozent billiger geworden.

Gaskunden profitieren von der Trennung der Märkte

Bis vor wenigen Jahren gab es einen engen Zusammenhang zwischen Öl- und Gaspreisen, der in den Lieferverträgen der Gasversorger verankert war. Die Gaspreise folgten den Ölpreisen mit einem zeitlichen Abstand von sechs Monaten. Ungefähr seit 2010 hat sich dieser Zusammenhang immer weiter gelockert. "Für den Verbraucher ist es letztlich besser, wenn diese unnatürliche Preisbindung zu Ende geht", sagte Florian Krüger von Verivox. Es gebe nun einen eigenen Gasmarkt mit Wettbewerb, der auch bei Ölpreissteigerungen nicht mehr mitziehe. Davon hätten die Besitzer von Gasheizungen in den vergangenen Jahren profitiert, indem sie 20 Prozent günstiger heizen konnten als mit einer Ölheizung. Nun habe sich die Preisschere wieder geschlossen.

Analysten: Gaspreise könnten sinken

Für die Endverbraucherpreise beim Gas haben die Handelspreise in Euro einen wesentlichen Einfluss. Diese Preise gingen im letzten Quartal des vergangenen Jahres deutlich zurück, von ungefähr 24 auf 20 Euro je Megawattstunde (MWh). In diesem Jahr ging es mit den Preisen jedoch wieder aufwärts in den Bereich von 22 Euro je MWh. "Die Marktteilnehmer sehen einige Unsicherheiten", sagte Rainer Wiek vom EID. So müssten nach dem Winter die Speicher in der EU wieder gefüllt werden. Dazu kommen Produktionskürzungen in den Niederlanden nach einem Erdbeben, die unklare Lage in der Ukraine und die Frühjahrswartungen an den Förderanlagen in Norwegen. "Dennoch sehen mittelfristig die meisten Analysten, dass sich der Abwärtstrend bei den Preisen fortsetzt und damit auch die Preise für Haushaltskunden sinken sollten", sagte Wiek.

Quelle: DPA

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