In Baden-Württemberg

Gasnetzbetriebsgenehmigung soll für mehr Wettbewerb sorgen

Zum 1. Oktober hatten die Stadtwerke Balingen des Gasnetz eines Reutlinger Versorgers übernommen. Nun bekamen sie vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium die Genehmigung erteilt, es unter eigener Regie betreiben zu dürfen. Das Land rechnet jetzt mit mehr Wettbewerb auf dem Gasmarkt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Den Stadtwerken Balingen wurde in dieser Woche die erste Genehmigung zur Aufnahme des Betriebs eines Energieversorgungsnetzes in Baden-Württemberg nach dem neuen Energiewirtschaftsgesetz erteilt. Von Baden-Württembergs Wirtschaftsminister und stellvertretendem Ministerpräsidenten Ernst Pfister erhielt der Versorger die Genehmigung, den Betrieb des Netzes, das zum 1. Oktober von einem Reutlinger Versorger übernommen wurde, unter eigener Regie weiterzuführen.

Zuvor hatten die Stadtwerke Balingen nachgewiesen, dass sie die personelle, technische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie die Zuverlässigkeit besitzen, um den Netzbetrieb auf Dauer zu gewährleisten, erläuterte Pfister. Es sei die erste derartige Genehmigung, die in Baden-Württemberg erteilt wurde.

"Die Übernahme des örtlichen Gasversorgungsnetzes in Balingen ist ein erstes Anzeichen dafür, dass sich die Zahl der Wettbewerber auf dem Gasmarkt erhöhen wird", sagte Pfister. Die Entgelte, die die Stadtwerke künftig für die Netznutzung verrechnen dürften, seien durch die Landesregulierungsbehörde zu genehmigen. Hier kann und werde das Wirtschaftsministerium direkten Einfluss auf die Preise nehmen und auf die im Gesetz vorgegebene kostenorientierte Entgeltbildung achten.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strom sparen

    VEA stellt enorme Unterschiede bei Gasnetz-Gebühren fest

    In einem Vergleich der Nutzungsentgelte für Gasnetze hat der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) große Unterschiede festgestellt. So koste die Netznutzung des teuersten Netzbetreibers fünf mal so viel wie beim günstigsten Netzbetreiber.

  • Strom sparen

    Baden-Württemberg geht gegen hohe Gaspreise vor

    Die Landeskartellbehörde Baden-Württemberg hat wegen auffällig hoher Gaspreise vier neue Missbrauchsverfahren gegen Gasversorger eingeleitet. Laut Wirtschaftsminister Ernst Pfister wird damit das Anfang 2008 verschärfte Kartellrecht zum zweiten Mal im Interesse der Verbraucher eingesetzt.

  • Strompreise

    Pfister fordert Verbraucher zum Vergleich beim Strompreis auf

    Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister hat Bürger und Unternehmen aufgerufen, bei künftigen Strompreiserhöhungen nicht davor zurückzuschrecken, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln und die Möglichkeiten des Wettbewerbs besser zu nutzen.

  • Strompreise

    Baden-Württemberg richtet Energiebehörde ein

    Die Zeiten genehmigungsfreier Strompreise in Baden-Württemberg sind vorbei: Gestern teilten Ministerpräsident Günther H. Oettiner und Wirtschaftsminister Ernst Pfister mit, eine Landesregulierungsbehörde zur Überwachung der Netznutzungsentgelte von 126 Strom- und 100 Gasunternehmen einzusetzen.

  • Hochspannungsmasten

    EnWG: BW-Wirtschaftsminister will mehr Beteiligung der Länder

    Nach Auffassung des baden-württembergischen Wirtschaftsministers Pfister kommt es besonders darauf an, dass die Länder am Vollzug der kommenden Regulierung maßgeblich beteiligt werden. Nur dann könnten energie- und strukturpolitische Vorstellungen im Regulierungsverfahren ausreichend eingebracht werden.

Top