Zusammenarbeit

Gasnetz-Betreiber fordern Regulierer zum Handeln auf

Die europäischen Gasnetzbetreiber fordern einen Zusammenschluss der Regulierungsbehörden, was letztendlich Voraussetzung für den geplanten gemeinsamen Gasmarkt sei. Derzeit scheitere eine Zusammenarbeit noch an Kleinigkeiten.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/red) - Der Präsident der Vereinigung der europäischen Gasnetzbetreiber, Stephan Kamphues, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht, die europäischen Regulierungsbehörden sollten sich in der Agentur für Zusammenarbeit der Energieregulierer zusammenschließen. Dies sei die erste Voraussetzung für das Entstehen des gemeinsamen Gasmarktes, den die EU im Juli 2009 mit ihrem dritten Binnenmarktpaket beschlossen hat.

Kamphues sagte, die Netzbetreiber setzten auf eine Drei-Stufen-Strategie. Zunächst müssten die nationalen Gasmärkte zusammenwachsen, danach sollten sich drei regionale Märkte in Nord- und Mitteleuropa, in Südeuropa und in Osteuropa bilden. "Auf dieser Basis kann ein gesamteuropäischer Binnenmarkt für Gas entstehen", erläuterte er.

Kamphues sagte, die EU-Kommission könne sich glücklich schätzen, wenn dieser letzte Schritt in fünf Jahren erreicht sei. "Derzeit ist nicht einmal ein Austausch zwischen Belgien und Frankreich möglich, weil dem Gas jeweils ein anderer Geruch beigegeben wird", sagte er.

Die nationale Regulierung weise die Zuständigkeit dafür mal den Regionalversorgern, mal dem nationalen Netzbetreiber zu. "Die Regulierer brauchen aber nicht über Harmonisierung nachzudenken, solange wir schon am Einfachsten scheitern", sagte Kamphues. Ein europäisches Gasnetz-Kartell, das allen Händlern Zugang verschafft und keinen diskriminiert, werde auch dem Verbraucher nützen.

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