Keine gravierenden Abweichungen

Gasbranche bestreitet "Abrechnungs-Skandal"

Der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) bestreitet die Vorwürfe der "Bild"-Zeitung, 43 Prozent der Gas-Rechnungen seien falsch und 3,6 Millionen Kunden würden möglicherweise zu viel für ihr Gas bezahlen. Sie seien nicht belegbar und entbehrten jeder Grundlage.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Gasbranche wehrt sich gegen die Behauptungen der "Bild"-Zeitung, 43 Prozent der Gas-Rechnungen seien falsch und 3,6 Millionen Kunden würden möglicherweise zu viel bezahlen.

Der Meldung liege eine "stark verkürzte" Pressemitteilung des Bundes der Energieverbraucher zugrunde, in der sich der Verband auf eine im Jahr 2003 durchgeführte Stichprobenüberprüfung durch die Eichämter der Bundesländer beziehe. Ziel sei die exemplarische Marktüberwachung der Gasabrechnung bei etwa zehn Prozent der Versorgungsunternehmen gewesen, teilte der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) jetzt mit. Es sei bundesweit bei 82 Unternehmen überprüft und untersucht worden, ob die Vorgaben für die Gasabrechnung nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 685 vollständig eingehalten werden.

In dem Auswertungsblatt der Eichbehörden seien Beanstandungsquoten zu einzelnen Punkten, wie z. B. Einhaltung der Regelungen des Effektivdrucks oder korrekte Ermittlung des Monatsmittels des Abrechnungsbrennwertes aufgeführt. Diese würden sich jedoch hauptsächlich auf verfahrenstechnische Beanstandungen beziehen, die keinen Einfluss auf die Genauigkeit der Gasabrechnung hätten. Nach Aussage der Eichbehörden gegenüber dem Bund der Energieverbraucher habe das Ergebnis sogar aufgezeigt, dass es zu keinen gravierenden Abweichungen zu Ungunsten der Kunden gekommen sei. Bereits geringfügige Abweichungen zu Ungunsten des Kunden hätten ansonsten eine Aufforderung zur Nachverrechnung von Seiten des Eichamtes ausgelöst.

"Daher sind sowohl die Schätzung des Bundes der Energieverbraucher, dass 3,6 Millionen Kunden betroffen seien, als auch die Andeutung, dass es zu Abweichungen von zehn Prozent gekommen sei, nicht belegbar und entbehren jeder Grundlage", bestreitet der BGW die Behauptungen der Zeitung.

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