Preise sinken

Gasag spürt wachsenden Wettbewerbsdruck

Das Berliner Versorgungsunternehmen Gasag will seine Preise weiter senken. Für den weiteren Jahresverlauf erwarte er Preissenkungen im zweistelligen Prozentbereich, sagte Vertriebsvorstand Andreas Prohl am Freitag bei der Vorstellung der Bilanz für das Geschäftsjahr 2008.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/red) - Das vergangene Jahr sei von "turbulenten Preisentwicklungen" gekennzeichnet gewesen. Im September seien die Preise aufgrund des hohen Ölpreises auf ein "historisches Hoch" gestiegen, in den Monaten bis April 2009 aber wieder um insgesamt elf Prozent gesunken.

Das Finanzergebnis des Unternehmens sei 2008 "moderat durch die Finanzkrise belastet worden", führte der Vertriebsvorstand an. Während der Jahresüberschuss der Gasag AG mit 34 Millionen Euro deutlich geringer als im Vorjahr (2007: 49 Millionen Euro) ausfiel, stieg der Jahresüberschuss des Gasag-Konzerns um 15 Millionen auf 93,3 Millionen Euro im selben Zeitraum an.

Druck durch wachsenden Wettbewerb

Das vergangene Jahr war dem Konzern zufolge auch durch den wachsenden Wettbewerbsdruck durch konkurrierende Energieversorger geprägt. Seit der Marktliberalisierung habe die Gasag rund elf Prozent ihrer Heizgaskunden in Berlin an Wettbewerber verloren. Für die Zukunft wolle der Konzern den Kundenverlust durch Markterweiterung kompensieren, kündigte Prohl an.

Die Gasag hat die Preise in diesem Jahr bereits zwei Mal gesenkt, zuletzt zum 1. April um rund sechs Prozent. Zwei Monate vorher reduzierte der Gasversorger auf Druck des Bundeskartellamts die Tarife um rund vier Prozent. Die Gasag hat in der Hauptstadtregion rund 600.000 Kunden.

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