Arbeitsgruppe eingesetzt

Gabriel will über Asse-Stilllegung ohne Zeitdruck entscheiden

Bei der Entscheidung über die Art und Weise der Stilllegung des Atommülllagers Asse will sich Bundesumweltminister Gabriel nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Eine für die Asse-Schließung eingesetzte Arbeitsgruppe habe sich noch nicht festgelegt, wie die Schließung des Bergwerkes am sichersten durchzuführen sei.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin/Wolfenbüttel (ddp/sm) - "Wir werden die offenen Fragen zügig klären", sagte Gabriel am Freitag in Berlin anlässlich der Vorstellung des Zwischenberichtes einer Expertengruppe. "Aber wir werden uns auch keinem künstlichen Zeitdruck unterwerfen und die notwendigen Entscheidungen mit aller Sorgfalt treffen."

In ihrem Zwischenbericht hat sich die aus drei Wissenschaftlern bestehende "Arbeitsgruppe Optionenvergleich" dem Ministerium zufolge noch nicht festgelegt, welches die sicherste Methode zur Schließung der Asse ist. Nach Einschätzung der Experten sind noch eine ganze Reihe von Fragen zu klären, bevor abschließend über ein Stilllegungskonzept entschieden werden kann.

Als mögliche Varianten gelten die Bergung der Abfälle oder eines Teils davon, ihre Umlagerung innerhalb des Bergwerks oder eine Verfüllung des Grubengebäudes. Auch die vom früheren Betreiber Helmholtz-Zentrum München vorgeschlagene Flutung der Asse bleibt nach Angaben des Ministeriums als Option erhalten. In dem ehemaligen Salzbergwerk lagern nach offiziellen Angaben etwa 125.000 Fässer mit schwach und 1400 Gebinde mit mittelradioaktivem Müll.

In der Vergangenheit seien wichtige Entscheidungen zur Asse "in abgeschotteten Zirkeln" ohne die Prüfung von Alternativen und ohne die Beteiligung der Öffentlichkeit getroffen worden, sagte Gabriel. Der Bericht der "Arbeitsgruppe Optionenvergleich" werde nun der Asse-Begleitgruppe beim Landkreis Wolfenbüttel zugeleitet. Die drei Wissenschaftler sollen ihre Tätigkeit fortsetzen.

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