Atommüll

Gabriel will schärfere Sicherheitsanforderungen für Endlager

Das Bundesumweltministerium will die Sicherheitsanforderungen für die Endlagerung hochradioaktiven Atommülls verschärfen. Die aktualisierten Anforderungen beschrieben "den Stand von Wissenschaft und Technik, der für den Betrieb und den Verschluss eines Endlagers einzuhalten und von der Genehmigungsbehörde zu prüfen ist", erklärte das Ministerium zur Veröffentlichung eines entsprechenden Verordnungsentwurfs.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Danach soll künftig für eine Million Jahre sichergestellt sein müssen, dass die radioaktiven Abfälle zuverlässig in einem Endlager eingeschlossen sind. In der geltenden Verordnung werden einem Ministeriumssprecher zufolge keine verpflichtenden Zeiträume genannt. Es wird lediglich empfohlen, dass der zuverlässige Einschluss des Atommülls für 10.000 Jahre gesichert sein müsse.

Bei Planung, Betrieb und Verschluss des Endlagers muss dem Entwurf zufolge zudem ein "fortlaufender Optimierungsprozess" vorgenommen werden. Ferner sollen die Abfallbehälter so stabil sein, dass der Atommüll mindestens 500 Jahre darin bleibt. Darüber hinaus sollen die sicherheitstechnischen Daten des Endlagers für lange Zeit dokumentiert werden. Auch sei "darzulegen, welcher Bereich in der Umgebung des Endlagerbergwerks vor menschlichen Eingriffen geschützt werden muss".

Die geltenden Sicherheitskriterien von 1983 entsprächen nicht mehr dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik und müssten deshalb überarbeitet werden, argumentierte das Ministerium. Dies hätten auch Reaktorsicherheits- und Strahlenschutzkommission (RSK und SSK) 2002 in einer gemeinsamen Stellungnahme festgestellt.

Gorleben mit anderen Standorten vergleichen

Bislang wurde in Deutschland nur der Salzstock Gorleben in Niedersachsen für die Einlagerung hochradioaktiver Abfälle untersucht. Nach Auffassung des Bundesumweltministeriums reicht dies jedoch nicht aus. Es bekräftigte am Dienstag die Forderung, am Ende eines "ergebnisoffenen Auswahlverfahrens" den am besten geeigneten Standort auszuwählen. Dabei solle Gorleben in einem bundesweiten Auswahlverfahren nach festgelegten Kriterien mit anderen Standorten verglichen werden, deren Wirtsgestein etwa aus Ton oder Granit besteht.

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