Macht der Kunden

Gabriel: Verbraucher sollen Atomstrom boykottieren

Im Streit um eine schnellere Abschaltung alter Atomkraftwerke legt Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) den Verbrauchern nahe, auf Atomstrom zu verzichten. Indem Kunden zu einem Stromanbieter wechseln, der Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gewinnt, könnten sie den Atomausstieg beschleunigen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Sollten die Energieversorger gefährliche Altmeiler nicht dauerhaft vom Netz nehmen, könnten die Stromkunden "ihre Macht nutzen", sagte Gabriel im Berliner "Tagesspiegel" (Freitagausgabe). Er betonte: "Jeder hat natürlich die Möglichkeit, durch den Wechsel zu einem Ökostromanbieter den Atomausstieg selbst zu vollziehen. Je mehr Kunden zu Anbietern wechseln, die auf Atomkraft verzichten und den Strom aus erneuerbaren Energien beziehen, desto besser."

Als besonders risikoträchtige Meiler nannte der Minister Biblis A, Brunsbüttel und Neckarwestheim 1. Über die Anträge der Betreiber, die Laufzeiten dieser Reaktoren zu verlängern, müsse auch in der großen Koalition gesprochen werden, forderte Gabriel: "Das Thema geht alle an." Dem Koalitionspartner warf der SPD-Politiker vor, "bei der Sicherheit mit zweierlei Maß" zu messen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und die CDU setzten immer neue Vorschläge zur Gefahrenabwehr im Kampf gegen den Terror in die Welt, würden aber gleichzeitig Laufzeitverlängerungen für Atomreaktoren verlangen, die am wenigsten vor Terroranschlägen aus der Luft gesichert seien.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Nachtstrom-Zähler

    Bitkom: Jeder Zweite hat noch nie den Stromanbieter gewechselt

    Die meisten Verbraucher suchen Stromtarife über Vergleichsportale im Internet. Mehr als jeder Zweite hat aber noch nie den Anbieter gewechselt. Vielleicht ändert sich das mit der Digitalisierung, denn das Interesse an flexiblen Stromtarifen ist groß.

  • Erneuerbare Energie

    Branche: Energiewende-Kosten müssen umverteilt werden

    Die Energiewende wird vor allem über die Stromrechnung von Verbrauchern finanziert. Die Energiebranche fordert eine Umverteilung: Der Stromkunde ist an seiner Belastungsgrenze angekommen, so Eon-Chef Johannes Teyssen.

  • Strom sparen

    Neue Online-Strommarke 123energie bietet Festpreisgarantie

    Die neue Online-Strommarke 123energie bietet nun für Privatkunden Markenstrom über das Internet an. Auf der Website lasse sich berechnen, wie viel der Strom den neuen Anbieters abhängig vom Wohnort koste. Dank der Festpreisgarantie seien Verbraucher vor unerwarteten Preissprüngen gewappnet.

  • Hochspannungsleitung

    Atomkraftgegner rufen zum Vattenfall-Ausstieg auf

    Nach dem erneuten Antrag auf Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Brunsbüttel fordert die Initiative "Atomausstieg-selber-machen" Vattenfall-Kunden auf, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Der Wechseltrend, der nach der in Berlin angekündigten Preiserhöhung bereits eingesetzt hat, müsse verstärkt werden.

  • Hochspannungsmasten

    Bild-Zeitung und LichtBlick bieten "Bild-Ökostrom" an

    Die "Bild"-Zeitung startet eine Kooperation mit LichtBlick. Gemeinsam bieten die Partner "Bild-Ökostrom" an, der sich zu 100 Prozent aus umweltfreundlichen Energiequellen zusammensetzt, zertifiziert ist und bundesweit zu einem wettbewerbsfähigen Preis bezogen werden kann.

Top