Offene Fragen

Gabriel sieht weiteren Aufklärungsbedarf bei AKW Emsland

Das Bundesumweltministerium sieht sich durch Niedersachsens Landesregierung nicht ausreichend über die Ursachen der Panne im Atomkraftwerk Emsland informiert. Es gebe weiteren Aufklärungsbedarf, kritisierte Bundesumweltminister Gabriel. "Niedersachsen und die Betreiber müssen endlich ihre Hausaufgaben machen", forderte er.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin/Hannover (ddp/red) - Der Meiler in Lingen war am vergangenen Freitag wegen eines Trafoschadens vom Netz gegangen. Der Bund hatte die niedersächsische Atomaufsicht daraufhin aufgefordert, vom Betreiber RWE umfangreiche Analysen zu den Ursachen für den technischen Defekt anzufordern und diese anschließend durch eigene Sachverständige prüfen zu lassen. Erst wenn keine Bedenken gegen das Wiederanfahren mehr vorlägen, dürfe der Meiler wieder ans Netz gehen.

Das Landesumweltministerium reagierte daraufhin mit einer Stellungnahme, die dem Bundesumweltministerium aber offenbar nicht ausreicht. Trotz des von der Landesaufsicht vorgelegten Berichts gebe es weiter "offene Fragen", hieß es am Donnerstag.

So sei dem Bericht zu entnehmen, dass über den bisher bekannten Ablauf des Ereignisses hinaus "weitere Auffälligkeiten mit sicherheitstechnischer Bedeutung" sichtbar geworden seien. Vor diesem Hintergrund müssten Änderungsmaßnahmen und umfangreiche Versuche an der Anlage, teilweise unter Volllast, durchgeführt werden. Diese müssten dann vor einem Wiederanfahren des Reaktors von den zuständigen Behörden bewertet werden.

Das Bundesumweltministerium hatte zu Wochenbeginn gemahnt, dass es sich bei Nichtbeachtung der Weisungen an die niedersächsische Atomaufsicht eine bundesaufsichtliche Weisung vorbehalte.

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