Nach Klimakonferenz in Washington

Gabriel sieht frischen Wind für Klimaverhandlungen

Umweltminister Gabriel sieht nach seinem dreitägigen USA-Besuch frischen Wind für die internationalen Klimaschutzverhandlungen. "Die neue Regierung unter Präsident Obama hat in punkto Klimaschutz eine 180-Grad-Wende vollzogen", so der Minister.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Die USA seien wieder ein konstruktiver Partner bei den Klimaschutzverhandlungen, sagte Gabriel nach seiner Rückkehr. Auf dem zweitägigen Klimaschutz-Treffen in Washington habe die amerikanische Regierung keinen Zweifel daran gelassen, dass sie sich ihrer Verantwortung beim Klimaschutz stellen wolle. Gabriel sagte: "Obwohl bei dem Treffen noch keine wesentlichen Fortschritte in der Sache erzielt wurden, hat die sehr intensive, offene und vertrauensvolle Diskussion den internationalen Klimaverhandlungen frischen Wind gegeben."

Obama habe deutlich gemacht, dass er die Ergebnisse der Klimaforschung uneingeschränkt akzeptiere und auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen Ende dieses Jahres ein rechtsverbindliches Klimaschutzabkommen erreichen wolle, so der Bundesumweltminister. Dies wäre unter der Vorgängerregierung "völlig undenkbar" gewesen.

USA wollen Emissionsausstoß senken - aber nur gering

Gabriel begrüßte, dass die USA erstmals eigene Vorschläge zur Emissionsminderung vorgelegt hätten, allerdings liegen diese deutlich unter denen der Europäer. Die EU hat sich zu 30 Prozent Minderung verpflichtet, Deutschland sogar zu 40 Prozent Reduktion. Obama hatte demgegenüber angekündigt, die US-Emissionen bis 2020 auf das Niveau von 1990 zurückführen zu wollen. Die derzeit im US-Kongress beratene Gesetzesinitiative sieht eine Reduktion von 6 bis 7 Prozent unter das Niveau von 1990 vor. "Das zeigt, dass die Führungsrolle im Klimaschutz nach wie vor bei uns Europäern liegt. Aber wir würden sie lieber heute als morgen mit den Amerikanern teilen", so Gabriel abschließend.

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