Energieverbrauch verringern

Gabriel fordert zu bewussterem Umgang mit Energie auf

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die Dringlichkeit einer ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Energiestrategie unterstrichen. Angesichts der aktuellen Diskussion um die Energieversorgung Deutschlands rief Gabriel zu einem bewussteren Umgang mit Energie auf.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Besonderes Augenmerk muss einer höheren Energieeffizienz und verstärktem Energiesparen gelten, so Gabriel. "Wenn wir alle unsere Stand-by-Geräte in Deutschland abschalten und nicht einen - wenn auch geringen - Stromverbrauch bei diesen Stand-by-Geräten akzeptieren würden, dann könnten wir zwei Atomkraftwerke abschalten." Der Minister kündigte zudem gesetzliche Schritte gegen die so genannten Stand-by-Funktionen an.

Bundesumweltminister Gabriel bekräftigte, die Bundesregierung werde den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter fördern und an dem Ziel festhalten, bis 2020 mindestens 20 Prozent des Strombedarfs aus alternativen Energien zu decken.

Aus Sicht des Bundesumweltministers würde ein Ausbau der Kernenergie demgegenüber nicht die Abhängigkeit Deutschlands vom Import von Energieträgern wie Gas verringern. Die Bundesregierung halte am Ziel des Atomausstiegs und an den mit den Energieunternehmen getroffenen Vereinbarungen fest, sagte Gabriel. Die Äußerung von Bundeswirtschaftminister Michael Glos (CSU), der gefordert hatte, über den Atomausstieg neu nachzudenken, bezeichente Gabriel als "Privatmeinung".

Gabriel wies daraufhin, dass in der Diskussion um die Importabhängigkeit Deutschlands vom russischen Gas und den Forderungen nach einem Stopp des Atomausstiegs nicht berücksichtigt werde, dass die Atomenergie vorrangig der Stromerzeugung diene und nichts mit einer gesicherten Wärmeversorgung zu tun habe. Der Minister fügte hinzu, die Importabhängigkeit in der Atomenergie liege bei 100 Prozent. Außerdem stehe die Uran-Knappheit einer längerfristigen Energiesicherung entgegen.

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