Forschung

Gabriel bemängelt Nutzung hoch angereicherten Urans in Garching

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Verzögerung beim Einsatz von risikoärmeren Uran im Forschungsreaktor Garching bei München kritisiert. Gleichwohl verwies Gabriel darauf, wie wichtig die Forschung sei, etwa bei der Krebsstrahlentherapie.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

München/Garching (ddp/sm) - Am Rande eines Informationsbesuchs am Dienstag in Garching bemängelte Gabriel, dass das Forschungszentrum der Technischen Universität diese Auflage für die Verlängerung eines für alle Kraftwerke erforderlichen Brennstoffvertrages nicht erfüllt habe.

So sollte bis 2010 das im Forschungsreaktor genutzte und gefährliche hoch angereicherte Uran durch niedrig angereichertes Uran ersetzt werden. Der wissenschaftliche Direktor des Forschungsreaktors Winfried Petry sagte, dies habe sich in der Realisierung als problematisch erwiesen. Daher könne der Termin nicht eingehalten werden. Petry nannte 2016 oder 2018 als mögliches Datum. Er betonte, es bedürfe mehr Forschungszeit. Der Minister äußerte Verständnis. Nach Angaben des TU-Sprechers Ulrich Marsch besteht trotz der nicht erfüllten Auflage keine Gefahr, dass der Brennstoffvertrag nicht verlängert werde.

Der Minister, der den Ausstieg aus der Kernenergie befürwortet, zeigte sich beeindruckt von den im Reaktor realisierten Projekten, wie der Krebsstrahlentherapie. Er lobte die Sicherheitsvorkehrungen der Anlage und betonte: "Man darf hier auch nicht die Notwendigkeit des Atomausstiegs mit der Notwendigkeit nach Forschung verwechseln."

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