Wasserstoff und Brennstoffzelle

FVS-Tagung stellt aktuelle Forschungsergebnisse vor

Im Rahmen der FVS-Tagung stellt der Verbund mit seinen Partnern die aktuellen Entwicklungen von Brennstoffzellen und Wasserstoffsystemen vor. Der FVS begrüßt die vom Bundestag beschlossene Erhöhung der Fördermittel für erneuerbare Energien und stellt den Forschungsbedarf in einer Broschüre zusammen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der ForschungsVerbund Sonnenenergie (FVS) und seine Partner der FVS-Tagung präsentieren neue Forschungsergebnisse zur Entwicklung von Brennstoffzellen und Wasserstoffsystemen. Für die Institute des FVS ist es dabei besonders wichtig, die technischen und ökonomischen Systemzusammenhänge von Brennstoffen und Brennstoffzellen zu optimieren.

Der Verbund begrüßt die für 2005 beschlossene Erhöhung der Forschungsmittel für die erneuerbaren Energien im Bundeshaushalt um mehr als 30 Prozent. Um das europäische Klimaziel, 30 Prozent der Treibhausgase bis 2020 zu vermeiden, tatsächlich erreichen zu können, müsse die Steigerungsrate bei der Forschungsfinanzierung in den kommenden Jahren unbedingt fortgesetzt werden. Forschung und Entwicklung für Wasserstofftechnologien und Brennstoffzellen seien notwendig für eine nachhaltige Energieversorgung.

Auf der Tagung stellen die Mitgliedsinstitute des FVS und ihre Partner ihre aktuellen Forschungserfolge vor. So entwickelten Forscher der FZ Jülich eine Metalllegierung für den serienmäßigen Einsatz in SOFC-Brennstoffzellen. Mit Wasserstoff liefere ein SOFC-Stapel eine Leistung von 13,3 Kilowatt. Eine geringere Betriebstemperatur als bisher wirke sich günstig auf die Kosten und Lebensdauer der Materialien aus. Die Zuverlässigkeit kommerzieller PEM-Brennstoffzellen während des Betriebes wurde ebenfalls verbessert, so erfasst eine im PEM-Stapel integrierte Sensorplatine Informationen über den Betriebszustand, ein Kontrollsystem leitet bei Störungen sofort Gegenmaßnahmen ein. Diese Methode sei ein wichtiges Entwicklungswerkzeug zur Optimierung des Betriebsmanagements und der Betriebszuverlässigkeit der SOFC.

Im Bereich der Wasserstofferzeugung wurde ein neues Verfahren entwickelt, wobei der Wasserstoff durch eine chemische Reaktionen im Sonnenofen aus Sonnenwärme und Dampf statt bisher durch Elektrolyse erzeugt wird. Des Weiteren werde ein neues Reformierungsverfahren entwickelt, das im Vergleich zu konventionellen Verfahren eine effizientere und umweltschonendere Umwandlung ermöglicht.

Ein vom ISET entwickeltes neues Messverfahren erlaube die zuverlässige Erkennung von Netz- beziehungsweise Teilnetzausfällen und ermögliche so die sichere Einbindung von Brennstoffzellen in elektrische Verteilungsnetze. In Zusammenarbeit mit der Firma Masterflex wurde am Fraunhofer ISE eine Brennstoffzelle mit einer Dauerleistung von 35 Watt für die netzferne Stromversorgung portabler Geräte zur Marktreife gebracht.

Das FZ Jülich demonstriert mit seinem neuen Elektrofahrzeug "JuMOVe" eine Anwendung mobiler Brennstoffzellen. Das Fahrzeug fährt mit einem Hybridantrieb aus Direktmethanol-Brennstoffzellen (DMFC) und Lithium-Ionen-Akkumulator. Der Scooter wird mit flüssigem Methanol betankt, eine Tankfüllung reicht für etwa 120 Kilometer.

Der FVS hat den Forschungsbedarf zu den einzelnen erneuerbaren Energien in seiner Broschüre "Forschungsziele 2005" formuliert. Für Wasserstoff und Brennstoffzellen bestehe unter anderem Forschungsbedarf zur Entwicklung kostengünstiger Materialien, Erforschung der optimalen Brenngaszusammensetzungen, Weiterentwicklung der Niedertemperatur-Brennstoffzellen für die direkte Einspeisung und effiziente Umwandlung von Methanol und verwandter Alkohole und vielem mehr.

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