"Chemie-Fabrik der Zukunft"

Für 50 Millionen Euro entsteht Bioraffinerie-Zentrum in Leuna

In Leuna bei Merseburg entsteht nach Angaben der Bundesregierung ein Bioraffinerie-Forschungszentrum für die industrielle Nutzung von Biomasse. Unter Leitung der Fraunhofer-Gesellschaft soll es Unternehmen ermöglichen, chemisch-biotechnologische Verfahren vom Labor in die technische Anwendung zu bringen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Leuna (ddp-lsa/red) - "Wir bauen die grüne Chemie-Fabrik der Zukunft", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Thomas Rachel am Freitag. Damit werde auch der Strukturwandel im ostdeutschen Chemiedreieck von einer erdöl- zu einer biobasierten Industrie vorangetrieben. Das Forschungsministerium will den Aufbau mit zehn Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket unterstützen. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 50 Millionen Euro.

Der Anteil der Biomasse in der Chemischen Industrie liegt den Angaben zufolge derzeit bei etwa zehn Prozent. Rund 90 Prozent der chemischen Rohstoffbasis kommt aus den fossilen Rohstoffen Erdöl und Erdgas. Deutschland ist in großem Umfang abhängig von Importen, beim Mineralöl zu 97 Prozent, beim Erdgas zu 83 Prozent und bei der Steinkohle zu 61 Prozent.

"Das neue Chemisch-Biotechnologische Prozesszentrum CBP schließt die Lücke zwischen Labor und industrieller Umsetzung", sagte Personalvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, Marion Schick. Das Zentrum in Leuna solle allen Kooperationspartnern für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehen.

Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) erklärte, in der jetzigen Finanzkrise sei es besonders notwendig, die zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel strategisch so einzusetzen, dass zukunftsfähige Strukturen weiter gefördert und gefestigt werden. Gegenwärtig planen 23 Industrieunternehmen sowie 15 Universitäten und Forschungseinrichtungen ihre Beteiligung an den Projekten.

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