Informationspflichten verletzt

FTD: EnBW wollen Tochterunternehmen verklagen

Bei den Düsseldorfer Stadtwerken steht Ärger ins Haus: Weil Mutterkonzern EnBW sich nicht ausreichend informiert fühlt, will EnBW-Chef Utz Claassen das sechstgrößte Stadtwerk verklagen, schreibt die Financial Times Deutschland. Er würde das Stadtwerk gern seinen Renditezielen anpassen, braucht dazu aber die Mehrheit.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe/Düsseldorf (ftd/sm) - Der Streit zwischen dem Karlsruher Stromkonzern EnBW und den Stadtwerken Düsseldorf, an denen die Karlsruher mit 29,9 Prozent beteiligt sind, spitzt sich nach Insiderinformationen der Financial Times Deutschland zu. Weil der Vorstand in Düsseldorf seinen Informationspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat nicht genügend nachgekommen sei, will EnBW-Chef Classen jetzt Klage einreichen. Kommentiert wurden die Informationen bisher nicht, eine Klage sei beim Düsseldorfer Landgericht auch noch nicht eingegangen, schreibt die Wirtschaftszeitung weiter.

Grund für den Stress sind die gegensätzlichen Interessen von EnBW-Vorstandschef Utz Claassen und dem Vorstandsvorsitzenden der Stadtwerke Düsseldorf, Karl-Heinz Lause. Laut FTD wehrt sich Lause gegen einen Ausbau der EnBW-Position zu einer Mehrheit. Claassen könnte dagegen nur mit einer Mehrheit das sechstgrößte deutsche Stadtwerk in ähnlich durchgreifender Manier wie den Mutterkonzern seinen Renditezielen anpassen.

Weiterführende Links
  • Für den kompletten Artikel - hier klicken
Das könnte Sie auch interessieren
  • EnBW

    Neuer Chef will EnBW auf grün trimmen

    Es soll keinen Blick in den Rückspiegel mehr geben: Auf die rund 20.000 Mitarbeiter der EnBW, die nach dem Atomausstieg einen hohen Verlust eingefahren hatte, kommen unter der Führung des neuen Vorstandsvorsitzenden Frank Mastiaux einige Veränderungen zu. So soll nicht zuletzt der Ökostrom-Ausbau vorangetrieben werden.

  • Strom sparen

    Riehl: Strompreise steigen in Hessen im nächsten Jahr [Upd.]

    Stromkunden in Hessen müssen im nächsten Jahr mit steigenden Preisen rechnen. Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) sagte am Mittwoch in Wiesbaden, auf die Verbraucher kämen Anhebungen der Entgelte um rund vier Prozent netto oder 0,7 bis 0,8 Cent je Kilowattstunde zu.

  • Stromnetz Ausbau

    EnBW will Beteiligung an Stadtwerken Düsseldorf behalten

    Entgegen anderslautenden Gerüchten, will der Energiekonzern EnBW seine 29,9 prozentige Beteiligung an den Stadtwerken Düsseldorf nicht loswerden. Das teilte Vertriebsvorstand Dr. Detlef Schmidt heute mit. Man "habe zwar für diese Beteiligung einen sehr hohen Preis bezahlt, sei damit allerdings auch in besonderem Maße am Wohlergehen dieses Unternehmens interessiert."

  • Hochspannungsmasten

    EnBW besetzt Aufsichtsrat in Düsseldorf neu

    Dr. Detlef Schmidt, Vorstand für Marketing und Vertrieb der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, und Dr. Karl Josef Neukirchen, freier Berater des Unternehmens, wurden von der EnBW in den Aufsichtsrat der Stadtwerke Düsseldorf AG entsandt. Das Amtsgericht Düsseldorf hat beide mit Wirkung zum 1. Dezember 2003 in diese neue Funktion bestellt.

  • Hochspannungsmasten

    Altlasten: Eine Milliarde Euro Verlust für EnBW?

    Der Energieversorger EnBW rechnet für dieses Jahr wegen gigantischer Altlasten mit knapp einer Milliarde Euro Verlust. Im gestern in Karlsruhe vorgestellten Halbjahresbericht wird bereits jetzt ein Fehlbetrag vor Steuern in Höhe von 927,3 Millionen Euro ausgewiesen. Im ersten Halbjahr 2002 hatte der Gewinn 82,4 Millionen Euro betragen.

Top