Offener Brief

Fritz Kuhn schreibt an Gerhard Goll

Fritz Kuhn, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, hat einen offenen Brief an den EnBW-Vorsitzenden Gerhard Goll geschrieben. Darin fordert er Goll auf, dafür zu sorgen, dass keine Transporte nach Sellafield stattfinden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Fritz Kuhn, hat heute wegen des geplanten Brennelemente-Transports von Neckarwestheim nach Sellafield einen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Energie Baden-Württemberg (EnBW), Gerhard Goll, geschrieben. Nachfolgend veröffentlichen wir diesen Brief in der Originalversion.


Sehr geehrter Herr Goll, die Betreiber des AKW Neckarwestheim planen noch im April einen Transport abgebrannter Brennelemente in die Wiederaufbereitungsanlage Sellafield. Am 10.04.01 wurde durch das Bundesamt für Strahlenschutz das erste Interimslager am Standort Neckarwestheim genehmigt. Interims- und Zwischenlager an AKW-Standorten haben entsprechend den Vereinbarungen des Atomkonsenses den Sinn, vermeidbare Transporte überflüssig zu machen. Ich möchte Sie daher bitten, dafür zu sorgen, dass die Transporte nach Sellafield unterbleiben. Es gab von Ihnen immer wieder die Aussage, auf vermeidbare Transporte verzichten zu wollen. Mit der Genehmigung des Interimslagers hat der Bund deutlich gemacht, dass er im Sinne des Atomkonsenses agiert. Ich erwarte, dass auch die EnBW in diesem Sinne Verantwortung übernimmt.

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