Versteigerung

Frequenzauktion: Bieterkämpfe scheinen auszubleiben

Die Bundesnetzagentur versteigert seit Mittwoch unter den drei großen deutschen Mobilfunkbetreibern ein neues Paket von Funkfrequenzen. Die erste Runde lief unspektakulär ab; die Bieter teilten sich die begehrten Frequenzen gleichmäßig auf.

Funkmast© jomar / Fotolia.com

Mainz (dpa/dpa-AFX/red) - Der Startschuss für eine milliardenschwere Frequenzauktion ist gefallen: Die Bundesnetzagentur eröffnete am Mittwoch in ihrer Mainzer Niederlassung die mit Spannung erwartete Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen für den Ausbau des schnellen Internets. "Bei dem Thema geht es letztlich um den Rohstoff für die digitale Zukunft Deutschlands", sagte der Präsident der Behörde, Jochen Homann zum Auftakt der Auktion, die mehrere Tage andauern kann. Als Bieter sind die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica O2 zugelassen.

Frequenzen könnten für Mindestgebot weggehen

In der mit Spannung erwarteten Frequenzversteigerung kommen sich die drei deutschen Netzbetreiber bislang nur an wenigen Stellen ins Gehege. Bei den wichtigen neuen Frequenzen im Bereich um 700 Megahertz (MHz) zeichnete sich bereits nach der ersten Runde eine mögliche Einigung ab - alle Netzbetreiber hatten für jeweils zwei der sechs angebotenen Frequenzblöcke in dem Bereich das Höchstgebot abgegeben, wie die Bundesnetzagentur am Mittwoch in Mainz mitteilte.

Damit könnten die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland die begehrten Frequenzen jeweils für das Mindestgebot oder nur knapp darüber erhalten - pro Block sind mindestens 75 Millionen Euro aufgerufen. "Ich erwarte eine lebhafte Auktion", hatte Behördenchef Jochen Homann vor dem Startschuss zur Versteigerung noch gesagt. In der Auktion werden die Nutzungsrechte für die versteigerten Frequenzen von Anfang 2017 bis Ende des Jahres 2033 vergeben.

Erlöse sollen in den Breitbandausbau fließen

Mit dem Auktionserlös wollen Bund und Länder zum Teil den Breitbandausbau mit schnellem Internet fördern. Der für die Infrastruktur zuständige Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) hofft daher bei der Auktion auf einen Geldregen. Nach Ende der sechsten Bietrunde lag die Summe der Höchstgebote bei gut 1,5 Milliarden Euro.

Niedrige Mobilfunkfrequenzen haben physikalisch höhere Reichweiten und können daher besser in ländlichen Gebieten eingesetzt werden - daher sind auch die Frequenzen um 700 MHz unter dem Schlagwort "Digitale Dividende 2" so begehrt: Mit ihnen können die Anbieter den schnellen Datenfunk LTE auch in bisher schlecht erreichbaren Gegenden anbieten. Das bisher auf den Frequenzen sendende Digitalfernsehen DVB-T muss dafür umziehen.

Neuvergabe von GSM-Frequenzen

Auch bei den ebenfalls neuen Frequenzen um 1,5 Gigahertz (GHz) gab es bislang wenig Gerangel unter den Bietern, zuletzt teilten sich Vodafone und Telekom die acht angebotenen Blöcke gleichmäßig untereinander auf. Spürbare Bewegung gab es vielmehr in den Frequenzbereichen um 900 MHz und 1,8 GHz, die bereits für den Mobilfunk verwendet werden. Diese Lizenzen werden neu vergeben. Diese Frequenzen werden von den Betreibern vor allem für GSM-Sprachtelefonie (900 MHz) sowie zusätzlich LTE im städtischen Bereich (1,8 GHz) bei hoher Einwohnerdichte verwendet.

Die Ausgangslage bei den Mobilfunkern ist unterschiedlich. So hat Telefónica nach der Fusion mit E-Plus ein spürbares Übergewicht bei der Frequenzausstattung im Bereich um 1,8 GHz, Vodafone besitzt dort bislang lediglich einen kleineren Block. Im 900er-Spektrum funken die drei Anbieter bislang auf einem fast ausgeglichen großen Frequenzbereich - hier könnten sich die Bieter demzufolge wehtun. Mit dementsprechenden Auswirkungen auf den Auktionsverlauf: Sollte sich einer in einem bestimmten Bereich auf die Füße getreten fühlen, könnte er in einem anderen Bereich den Spielverderber geben.

Quelle: DPA

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