Studie

Frauen entdecken den Stromanbieterwechsel

Bislang war der Wechsel des Strom- oder Gasanbieters rein statistisch eine Männerdomäne, doch das beginnt sich einer aktuellen Studie zufolge zu ändern. Zunehmend wechseln jüngere Frauen den Energieanbieter und nicht nur ältere Männer. Und: Wer es einmal getan hat, tut es immer wieder.

Strom sparen© Aamon / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Das unabhängige Vergleichsportal Verivox und Kreutzer Consulting haben das Wechselverhalten der Strom- und Gaskunden in der ersten Hälfte des Jahres 2012 untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Anzahl der Anbieterwechsel im Vergleich zur zweiten Hälfte des Jahres 2011 kaum zugenommen hat, da es vergleichsweise geringe Preiserhöhungen in den Bereichen Strom und Gas gab. Diese Situation ändert sich im zweiten Halbjahr 2012 aufgrund der stark gestiegenen Stromkosten dramatisch.

Umzug oder Preiserhöhung motivieren zum ersten Wechsel

Das Verhältnis von Mehrfachwechslern zu Erstwechslern hat sich aufgrund des niedrigen Wechselaufkommens im zweiten Halbjahr 2011 kaum verändert oder war leicht rückläufig. Rund 40 Prozent der Stromkunden, die im ersten Halbjahr 2012 den Stromanbieter wechselten, haben sich zum ersten Mal zu diesem Schritt entschlossen. Im Gasbereich lag der Anteil der Erstwechsler bei rund 34 Prozent. "Wer den Anbieter bereits schon einmal gewechselt hat, wird dies in aller Regel auch wieder tun. Wer noch nicht gewechselt hat, wird am ehesten bei einem Umzug oder nach einem Preiserhöhungsschreiben wechseln", sagt Dagmar Ginzel, Unternehmenssprecherin von Verivox.

Mehr junge Frauen unter den Erstwechslern

Bei den Erstwechslern fallen im Vergleich zu den Mehrfachwechslern das geringere Alter, der geringere Verbrauch und ein vergleichsweise ausgeglichenes Geschlechterverhältnis auf. So waren im Bereich Strom 45 Prozent der Erstwechsler jünger als 40 Jahre, bei den Verbrauchern mit Wechselerfahrung waren es nur 25 Prozent. Der Frauenanteil bei den Kunden, die zum ersten Mal gewechselt haben, liegt bei 32 Prozent, bei den Kunden mit Wechselerfahrung waren es nur 23 Prozent. "Während sich in der Vergangenheit vor allem ältere Männer mit hohen Energieverbräuchen für einen Anbieterwechsel interessiert haben, beginnen nun auch jüngere Frauen, sich aktiv für günstigere Anbieter zu entscheiden", so Ginzel.

Vertragslaufzeit und Preisgarantie

Vertragslaufzeit und Preisgarantie werden beim Anbieterwechsel immer wichtiger. Der Anteil zwölfmonatiger Erstvertragslaufzeiten ist gegenüber dem 2. Halbjahr 2011 um 21 Prozentpunkte auf 82 Prozent gestiegen. Verträge mit einem Monat Erstlaufzeit wurden von 15 Prozent der Verbraucher abgeschlossen. Andere Laufzeitoptionen spielten nur eine geringe Rolle. Einen Vertrag mit einer Preisgarantie nutzten 82 Prozent der Wechsler. Dabei entfielen 5 Prozent auf vollständige Preisgarantien, 76 Prozent auf eingeschränkte Preisgarantien und etwa ein Prozent auf reine Energiepreisgarantien.

Die Wechslerstudie Energie von Verivox und Kreutzer Consulting erscheint zwei Mal im Jahr und analysiert die Entwicklung des Wechselverhaltens im Haushaltskundenbereich Strom und Gas.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreise

    Höhe der Stromrechnung: Wohnort spielt eine Rolle

    Der Wohnort ist für die Höhe der Stromrechnung gar nicht so unwesentlich. Tatsächlich variieren die Strompreise je nach Bundesland erheblich. Das liegt auch an den unterschiedlich hohen Netzentgelten.

  • Strompreis

    Strom-Flatrates und Co.: Was bietet welcher Stromtarif?

    Strom-Flatrates, Standardtarife und Strompakete: Die Stromversorger bieten mittlerweile eine ganze Palette an Tarifmodellen an. Was sind die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Vertragsarten und worauf sollten Verbraucher achten?

  • Steckdose

    Verbraucherbund: Stromanbieter erhöhen zu stark

    Mit den für das kommende Jahr angekündigten Strompreiserhöhungen verlangen die Energiekonzerne nach Angaben von Verbraucherschützern 2,1 Milliarden Euro zu viel von ihren Kunden. Die staatlich veranschlagten Mehrkosten allein würden nicht zu durchschnittlich fast zwölf Prozent Aufschlag führen. Der Bund der Energieverbraucher hat nachgerechnet.

  • Stromkosten

    Millionen Haushalte können kaum die Stromrechnung bezahlen

    Millionen deutsche Haushalte haben einem Bericht zufolge massive Probleme beim Begleichen ihrer Stromrechnung. In mehr als sechs Millionen Mahnverfahren kündigten die Stromlieferanten 2011 laut einem Bericht der Zeitung "taz" vom Mittwoch an, den Strom abzustellen. Für das laufende Jahr dürften die Zahlen noch gestiegen sein.

  • Stromrechnung

    Warum nicht alle Stromanbieter die Preise erhöhen

    Deutschland erlebt die stärkste Strompreiswelle seit Jahren; 468 Anbieter haben höhere Preise angekündigt. Doch nicht alle Versorger erhöhen die Preise, die Erhöhungen fallen sehr unterschiedlich aus, obwohl die Bedingungen durch die staatlichen Eingriffe doch für alle gleich scheinen. Woran liegt das?

Top