"Viele technische Probleme"

Französischer Vorzeigereaktor hat zwei Jahre Verspätung

Das Vorzeigestück der französischen Atomindustrie, der Europäische Druckwasserreaktor (EPR) am Ärmelkanal, geht einem Zeitungsbericht zufolge noch später als gedacht ans Netz. Um ganze zwei Jahre soll sich die Fertigstellung verzögern. Auch vom finnischen EPR-Projekt gibt es schlechte Nachrichten.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Der französische Stromriese EDF habe bei einem Prüfungsverfahren festgestellt, dass der erste französische Atomreaktor der dritten Generation "eine Verspätung von 24 Monaten" haben werde, berichtete die Tageszeitung "Le Figaro" am Dienstag. "Alle betroffenen Abteilungen innerhalb des Unternehmens wissen, dass dieses große Projekt viele technische Probleme hat", sagte ein Kenner des Vorhabens. Der EPR in Flamanville an der französischen Nordküste hätte ursprünglich 2012 in Betrieb genommen werden sollen.

Auch der erste EPR weltweit, den der französische Atomkonzern Areva derzeit in Finnland baut, verzögert sich deutlich. Er hätte eigentlich schon Mitte vergangenen Jahres fertig sein sollen, wird aber frühestens Ende 2012 ans Netz gehen. Areva hatte den "European Pressurized Water Reactor" zusammen mit dem Münchener Siemens-Konzern entwickelt. Zwei weitere EPR baut Areva derzeit in China; sie sollen 2013 beziehungsweise 2014 den Betrieb aufnehmen.

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