Gibt das Ärger?

Frankreich will Energiemarkt erst 2007 öffnen

Trotz mehrfacher Aufforderung durch die Europäische Kommission, will die französische Regierung den nationalen Energiemarkt nicht vor 2007 vollständig öffnen. Dafür sei der Widerstand der Gewerkschaften und der französischen Öffentlichkeit zu groß. Zudem solle zuvor eine Bilanz über den bisher erreichten Wettbewerb bei den Geschäftskunden gezogen werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die französische Regierung beugt sich dem Druck der Gewerkschaften und der französischen Öffentlichkeit weiter und will den nationalen Energiemarkt frühstens 2007 vollständig öffnen. Bisher hatte die Europäische Union das Jahr 2005 für den ultimativen Termin vorgeschlagen.

In Frankreich stößt die von der EU vorgeschriebene Öffnung der nationalen Strom- und Gasmärkte auf großen Widerstand in der Bevölkerung, da die beiden größten Energieversorgungsunternehmen EdF und GdF rein staatlich sind und die über 140 000 Beschäftigten diverse soziale Vergünstigungen erhalten. Beispielsweise verfügen die Mitarbeiter über eine lebenslange Beschäftigungsgarantie und zahlen nur einen Teil der eigenen Stromrechnung. Aus diesem Grund tut sich die französische Regierung schwer, die Vorgaben der EU umzusetzen und kassierte dafür auch schon verschiedene Verwarnungen. Erst im Oktober kündigte die EU-Kommission an, vor dem Europäischen Gerichtshof ein Verfahren dagegen einzuleiten.

Verschiedenen Zeitungsberichten zufolge, hält die französische Industrie-Ministerin Nicole Fontaine einen Zeitraum von 2007 bis 2009 für eine vollständige Öffnung des Strommarktes für vernünftig. Sie kündigte an, vor der Öffnung für Privatpersonen eine Bilanz des Wettbewerbes auf dem Gewerbekundenmarkt abzuwarten.

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