Umweltrat

Frankreich und Deutschland verstärken Klimaschutzanstrengungen

Bundesumweltminister Jürgen Trittin traf kürzlich seine französische Kollegin Nelly Olin im Rahmen des deutsch-französischen Umweltrates auf der Insel Vilm bei Rügen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die nächsten Schritte im Klimaschutz und beim weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Paris/Vilm (red) - "Wir werden uns dafür einsetzen, dass der verbindliche multilaterale Ansatz zur Bekämpfung des Klimawandels weitergeführt wird und der Verhandlungsprozess über die Klimaschutzverpflichtungen nach 2012 bei der Klimakonferenz in diesem Jahr in Montreal beginnt", erläuterten die Minister in einer gemeinsamen Erklärung zum Abschluss der Sitzung. Gleichzeitig forderten sie die USA auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und sich konstruktiv an der Ausgestaltung des Klimaschutzes nach 2012 zu beteiligen.

Um die Treibhausgasemissionen des Verkehrs weiter zu reduzieren, wollen beide Minister den Flugverkehr in die zweite Phase des EU-Emissionshandels einbeziehen. Im Bereich des Straßenverkehrs habe sich der europäische Automobil-Dachverband ACEA verpflichtet, die durchschnittlichen Kohlendioxid-Emissionen von neu zugelassenen Pkw bis zum Jahr 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer zu senken und eine Fortschreibung der Selbstverpflichtung auf 120 Gramm pro Kilometer zu prüfen.

Im Bereich der erneuerbaren Energien forderten die Umweltminister alle Akteure auf, die in das Aktionsprogramm der erfolgreichen internationalen Konferenz für erneuerbare Energien im letzten Jahr in Bonn eingebrachten Verpflichtungen umzusetzen. "Worauf es jetzt ankommt, sind konkrete Fortschritte."

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