Wegen Dürre

Frankreich stellt Stromexporte nach Deutschland ein

Wegen Strommangels in Südwesteuropa hat Frankreich seine Stromeinfuhren nach Deutschland gestoppt. Jetzt müssen die deutschen Versorger den (vergleichsweise) billigen französischen Atomstrom durch teureren Strom aus Gaskraftwerken ersetzen. Das könnte die Energiepreise weiter nach oben treiben.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Die Dürre in Südeuropa führt möglicherweise zu höheren Strompreisen in Deutschland. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe) hat Frankreich wegen Strommangels in Südwesteuropa seine Stromexporte nach Deutschland erstmals seit dem Rekordsommer 2003 eingestellt.

"Im Moment erfolgen aus Frankreich keine Stromlieferungen mehr", sagte der Netz- und Kraftwerksvorstand von E.ON Energie, Bernhard Fischer, der Zeitung. Die ohnehin hohen Elektrizitätspreise würden dadurch weiter nach oben getrieben, schreibt das Blatt.

Frankreich ist dem Bericht zufolge der wichtigste Stromexporteur Europas. Nach Deutschland habe es im vergangenen Jahr 15,5 Milliarden Kilowattstunden geliefert, was etwa der Jahresproduktion von zwei Atommeilern entspreche. Es handele sich ausschließlich um billig erzeugte Kernenergie. Deutsche Stromkonzerne müssten die kostengünstig gelieferte Strommenge aus Frankreich inzwischen durch teuren Strom aus Gaskraftwerken ersetzen.

"Im Moment laufen unsere Gaskraftwerke auf Hochtouren", sagte Fischer dem Blatt. Französischer Atomstrom sei derzeit auch verstärkt von den von der Dürre betroffenen Länder Spanien und Italien gefragt.

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