Uneinigkeiten

Frankreich: Offener Streit zwischen Areva und EDF

In Frankreich ist ein offener Streit zwischen dem Stromriesen EDF und dem Atomkonzern Areva ausgebrochen. Ein EDF-Sprecher warf Areva heute vor, wegen Schwierigkeiten bei Vertragsverhandlungen die Versorgung der EDF-Kernkraftwerke mit Atombrennstäben wie auch die Entsorgung des Atommülls eingestellt zu haben.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Ein Sprecher von Ein Areva-Sprecher wies das zurück: Die Kraftwerke von EDF würden nach wie vor mit Brennstäben versorgt. Lediglich die Verarbeitung des Atommülls sei unterbrochen werden.

EDF verhandelt eigenen Angaben zufolge bereits seit mehr als einem Jahr über einen neuen Vertrag mit Areva, dem wichtigsten Atombrennstoff-Zulieferer des Stromkonzerns. Einen für das Jahr 2009 ausgehandelten Übergangsvertrag wollte Areva demnach nicht für das Jahr 2010 verlängern. Der Tageszeitung "La Tribune" zufolge soll es unter anderem Uneinigkeit über die Frage geben, wieviel Geld Areva für die Verarbeitung des Atommülls von EDF in seiner Wiederaufbereitungsanlage im nordfranzösischen La Hague erhält. Es soll um einen Betrag von 800 Millionen Euro jährlich gehen.

EDF betreibt in Frankreich 58 Atomreaktoren. Je nach Modell müssen die Reaktoren alle zwölf oder 18 Monate mit neuen Brennstäben bestückt werden. Rund 75 Prozent des in Frankreich erzeugten Stroms stammt aus Atomkraftwerken.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Frankreich

    AKW Fessenheim: Entschädigungssumme für Schließung steht fest

    Weil das Atomkraftwerk Fessenheim stillgelegt werden soll, wird Betreiber EDF von der französischen Regierung entschädigt. Nun steht die Entschädigungssumme fest, der Zeitpunkt der Schließung aber noch nicht.

  • Laufzeitverlängerung

    AKW Cattenom: Luxemburg will Paris für Abschaltung bezahlen

    Damit das Atomkraftwerk im französischen Cattenom abgeschaltet wird, bietet Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel Paris nun finanzielle Unterstützung an. In dem Kraftwerk nahe der deutschen und der luxemburgischen Grenze kam es schon oft zu Störfällen.

  • Hochspannungsmasten

    Areva-Stromübertragungssparte geht an Alstom und Schneider

    Die Stromübertragungssparte des französischen Atomkonzerns Areva wird innerhalb Frankreichs an die Konzerne Alstom und Schneider Electric verkauft. Alstom solle zwei Drittel der Tochter Transmission et Distribution (T&D) erhalten und Schneider ein Drittel, teilte Areva am Montagabend in Paris mit.

  • Hochspannungsleitung

    Frankreichs EPR-Verkauf an Emirate in Schwierigkeiten

    Frankreichs Pläne, zwei Europäische Druckwasserreaktoren (EPR) an die Vereinigten Arabischen Emirate zu verkaufen, stoßen offenbar auf Schwierigkeiten. Die Emirate hätten den geforderten Preis als zu hoch abgelehnt, berichtete die Pariser Wirtschaftszeitung "La Tribune" am Mittwoch.

  • Strompreise

    Neuer EDF-Chef will Führung in Frankreichs Atomindustrie

    Der designierte neue Chef des Energiekonzerns EDF, Henri Proglio, will mit seinem Unternehmen die Führung in Frankreichs Atomindustrie übernehmen. "Die gesamte Branche muss sich hinter EDF einreihen", sagte Proglio der Zeitung "Les Echos" (Montagausgabe).

Top